08 May 2026, 18:03

Beamtenbund warnt vor verfassungswidriger Besoldungsreform der Bundesregierung

Schwarzer und weißer Grundriss des ehemaligen Bundeskanzleramts mit detaillierter Planung und Anmerkungen.

Beamtenbund warnt vor verfassungswidriger Besoldungsreform der Bundesregierung

Deutscher Beamtenbund (DBB) fordert grundlegende Nachbesserungen bei geplanter Besoldungsreform

Der Deutsche Beamtenbund (DBB) hat umfassende Änderungen an der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Besoldungsreform für Bundesbeamte gefordert. Zwar befürwortet die Gewerkschaft höhere Einstiegsgehälter und den direkten Einstieg in die zweite Besoldungsstufe, warnt jedoch, dass zentrale Teile des Gesetzesentwurfs verfassungswidrig seien. Zudem gibt die Reform das langjährige Modell des „Alleinverdienerprinzips“ bei der Gehaltsberechnung auf.

Der Entwurf sieht vor, die Beamtenbesoldung neu zu gestalten, indem ein jährliches Partnereinkommen von etwa 20.000 Euro unterstellt wird. Diese Neuerung markiert einen Bruch mit dem bisherigen „Alleinverdienerprinzip“, das bisher die Gehaltsstrukturen prägte. Der DBB kritisiert, dass diese Änderung die Bezüge der Beamtinnen und Beamten unzulässig an externe Faktoren knüpfe, die sie nicht beeinflussen können, und spricht von einer „unzulässigen fiskalischen Kürzung des Vergütungsanspruchs“.

Die Gewerkschaft weist zudem auf Ungleichheiten bei den geplanten Gehaltserhöhungen hin. Beamte der B-Besoldungsgruppe erhielten demnach geringere Zuwächse als solche der A-Gruppe. Besonders umstritten ist die Lücke von 1,6 Prozent zwischen den Besoldungsstufen B3 und B4, die nach Ansicht des DBB verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht genüge. Eine Analyse der Gewerkschaft zeigt, dass die vorgesehenen Abstufungen die notwendigen Maßstäbe verfehlten.

In seiner Kritik berufen sich der DBB auf zwei verfassungsrechtliche Grundsätze: das Leistungsprinzip und die Differenzierungsregel. Der Verband besteht darauf, dass die Besoldung die individuelle Leistung widerspiegeln und faire Abstände zwischen den Besoldungsgruppen wahren müsse. Zwar begrüßt der DBB grundsätzlich die Stoßrichtung der Reform, fordert jedoch eine „kritische Überprüfung“ der Einkommensunterschiede, bevor der Entwurf weiterverfolgt wird.

Der Vorstoß des DBB erhöht den Druck auf die Abgeordneten, die rechtlichen und finanziellen Details der Besoldungsreform noch einmal zu prüfen. Bleibt der aktuelle Entwurf unverändert, könnten sich verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Vereinbarkeit mit den geltenden Besoldungsregeln ergeben. Die Haltung des Verbandes unterstreicht die Notwendigkeit von Korrekturen, bevor das Gesetz in Kraft tritt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle