Berlin reformiert Schulgesetz: Strengere Regeln für Fehlzeiten und digitale Klassenbücher
Lara WagnerBerlin reformiert Schulgesetz: Strengere Regeln für Fehlzeiten und digitale Klassenbücher
Berlins Bildungssystem steht vor tiefgreifenden Veränderungen, nachdem der Senat einen Entwurf zur Novellierung des Schulgesetzes verabschiedet hat. Die Reform zielt darauf ab, die Schulen zu modernisieren und die Erfassung sowie Förderung der Schülerleistungen zu verbessern. Die neuen Regelungen umfassen alles – von Leistungsüberprüfungen über Fehlzeiten bis hin zum Einsatz digitaler Werkzeuge im Unterricht.
Das geplante Gesetz führt strengere Kontrollen bei Schulversäumnissen ein. Schüler mit häufigen unentschuldigten Fehlzeiten können künftig verpflichtet werden, einen Amtsarzt aufzusuchen. Diese Maßnahmen richten sich vor allem gegen Fälle, in denen Schulschwänzen auf eine Kindeswohlgefährdung hindeuten könnte – nicht jedoch gegen Kinder mit chronischen Erkrankungen.
Zudem sollen die Lernfortschritte der Schüler regelmäßig und standardisiert überprüft werden, etwa durch vergleichende Tests. Damit sollen Wissenslücken früher erkannt und die Unterrichtsmethoden gezielt angepasst werden. Parallel dazu führt das Gesetz digitale Klassenbücher, Zeugnisse und Schülerausweise ein.
Weitere zentrale Neuerungen betreffen die Übergangsregelungen auf weiterführende Schulen sowie den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich. Der Senat betont, die Reform mache die Schulen "zukunftsfähig" und hebe die Lehrqualität auf ein neues Niveau. Der Entwurf geht nun an das Abgeordnetenhaus, wo er beraten und endgültig beschlossen werden soll.
Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss es noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Bei einer Verabschiedung würde es die Art und Weise verändern, wie Berliner Schulen Leistungen bewerten, Fehlzeiten behandeln und Technologie nutzen. Bisher gibt es jedoch keine konkreten Angaben dazu, wie viele Schulen betroffen sein werden oder welche Vorbereitungen bereits laufen.






