Berliner Kulturskandal führt zu Rücktritt und rascher Amtsübergabe
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag zurück, nachdem ein Bericht rechtswidrige Bewilligungen von Fördergeldern aufgedeckt hatte. Die parteilose Beamtin legte ihr Amt nach Kritik an der Vergabe von 2,6 Millionen Euro für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus ohne ordnungsgemäße Genehmigung nieder. Ihr Rücktritt löste eine schnelle Umbildung in der Stadtregierung aus.
Stefan Evers, derzeitiger Finanzsenator, übernimmt nun zusätzlich die Leitung des Kulturressorts. Die von der CDU unterstützte Entscheidung gab Bürgermeister Kai Wegner am Mittwochmorgen bekannt. Evers wird beide Ämter vorläufig bis zu den Landtagswahlen im September 2020 ausüben.
Der Skandal begann, als der Berliner Rechnungshof enthüllte, dass Wedl-Wilsons Behörde 2,6 Millionen Euro für Initiativen gegen Antisemitismus ohne rechtliche Grundlage bewilligt hatte. Die Erkenntnisse führten zu ihrem Rücktritt und hinterließen eine Vakanz im Kulturressort.
Ursprünglich hatten CDU-Kreisvorsitzende Thomas Heilmann für den Posten ins Auge gefasst. Nach internen Beratungen entschied man sich jedoch für Stefan Evers. Bürgermeister Wegner bestätigte die Wahl am Mittwoch und verwies auf Evers' Erfahrung und Zuverlässigkeit.
Evers hat bereits Verhandlungen über den Kulturfinanzierungsvertrag der Hauptstadt aufgenommen. Diese Vereinbarung soll in den kommenden Monaten die Förderung des Berliner Kunst- und Kulturerbe-Sektors sichern. Trotz der zusätzlichen Belastung erklärte er sich bereit, beide Ressorts bis zu den anstehenden Wahlen zu führen.
Die Übergangsregelung bedeutet, dass Evers vorläufig zwei Schlüsseldepartments gleichzeitig leitet. Sein Doppelmandat soll Stabilität bis zur Septemberwahl gewährleisten, wenn voraussichtlich ein dauerhafter Nachfolger gewählt wird.
Evers trägt nun die Verantwortung für Finanzen und Kultur in der Berliner Regierung. Seine Ernennung folgt auf Wedl-Wilsons Rücktritt wegen der unrechtmäßigen Vergabe der 2,6 Millionen Euro. Die Lösung gilt bis zu den Landtagswahlen, bei denen die Wähler über den nächsten langfristigen Kultursenator entscheiden werden.






