Deutsche Chemie- und Pharmabranche kämpft um ihr Überleben in tiefster Krise
Emma GüntherDeutsche Chemie- und Pharmabranche kämpft um ihr Überleben in tiefster Krise
Deutschlands Chemie- und Pharmabranche steckt in der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Die Industrie, die einen Umsatz von 220,4 Milliarden Euro erwirtschaftet und 476.000 Menschen beschäftigt, kämpft mit steigenden Kosten und verschärften Vorschriften. Experten warnen, dass viele Unternehmen mittlerweile ums Überleben ringen.
Die chemische Industrie war lange eine Säule der deutschen Wirtschaft und liefert Rohstoffe für nahezu alle industriellen Prozesse. Erdöl und Erdgas treiben nicht nur Fabriken an – sie sind die Grundbausteine für Kunststoffe, Düngemittel und unzählige andere Produkte. Mit 8 Prozent der industriellen Beschäftigten im Land fungiert der Sektor als entscheidendes Bindeglied in globalen Lieferketten.
Jahre hoher Energiepreise und strengere Umweltauflagen haben die Branche jedoch schwer erschüttert. Der Abschwung ist kein vorübergehender Einbruch, sondern ein Zeichen für tiefgreifendere strukturelle Probleme. Anna Wolf, Ökonomin am Ifo-Zentrum für Innovationsökonomik, warnt, dass für viele Unternehmen das Überleben nun oberste Priorität habe.
Die Lage hat sich seit der Zuspitzung des Nahostkonflikts weiter verschärft. Unterbrochene Lieferwege und schwankende Energiemärkte setzen der ohnehin angeschlagenen Industrie zu. Gleichzeitig schlägt die Pharmabranche Alarm wegen Heliumknappheit – ein entscheidendes Gas für die Prüfung von Arzneimittelreinheit und -sicherheit.
Die Beschäftigten im Sektor verdienen im Schnitt 6.023 Euro monatlich, doch ihre Arbeitsplätze sind zunehmend gefährdet. Der Niedergang der Branche bedroht ganze Produktionsnetzwerke in Deutschland. Ohne Gegenmaßnahmen drohen weitere Werksschließungen und Stellenabbau.






