EnviaM erlebt Anschluss-Boom durch Datenzentren und Industrieexpansion in der Region
Marie SchneiderEnviaM erlebt Anschluss-Boom durch Datenzentren und Industrieexpansion in der Region
EnviaM verzeichnet starken Anstieg bei Netzanbindungsanfragen – Unternehmen in der Region expandieren
Der Energieversorger EnviaM erlebt derzeit einen regelrechten Boom bei Anfragen für Netzanschlüsse, da Unternehmen in seinem Versorgungsgebiet wachsen. Das Unternehmen beliefert rund 1,1 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Breitbandinternet. Trotz steigender Marktpreise werden Bestandskunden in diesem Jahr jedoch keine höheren Gaskosten tragen müssen.
Fortschritte gibt es auch bei Ökostrom: Mittlerweile stammen 59 Prozent des von EnviaM gelieferten Stroms aus Wind-, Solar- und Wasserkraft. Bei der Wärmeversorgung hinkt die Energiewende jedoch deutlich hinterher – hier liegen erneuerbare Energien bei nur 18 Prozent.
„Anschluss-Boom“ durch Datenzentren und Industrieexpansion Im Netzgebiet von EnviaM herrscht derzeit, wie das Unternehmen es nennt, ein „Anschluss-Boom“. Täglich gehen über 100 Anfragen für neue Netzverbindungen ein, angetrieben unter anderem durch zwei große Rechenzentren, die derzeit gebaut werden. Hinter den Projekten stehen Amazon und die Schwarz Gruppe, während Verhandlungen für vier weitere Standorte laufen.
Gaspreise steigen – Bestandskunden bleiben verschont Seit Beginn des Nahostkonflikts sind die Gaspreise für Neukunden bundesweit um etwa 20 Prozent gestiegen. EnviaM hat diese Erhöhungen jedoch nicht an Bestandskunden weitergegeben. Der Versorger sichert sich seine Gaslieferungen bis zu drei Jahre im Voraus, was die Kunden vor plötzlichen Marktschwankungen schützt. Neukunden zahlen hingegen aufgrund der kurzfristigen Beschaffungskosten weiterhin 10 bis 15 Prozent mehr.
Mehr Gas, weniger Strom – Ökostromanteil wächst, Wärmewende stockt 2025 verkaufte EnviaM deutlich mehr Gas – insgesamt 8.450 Gigawattstunden –, während der Stromabsatz stark zurückging. Der Ausbau erneuerbarer Energien im Stromsektor schreitet voran: Fast 60 Prozent des Stroms stammen inzwischen aus sauberen Quellen. Bei der Wärmeversorgung kommt die Wende jedoch kaum voran – hier decken Erneuerbare weniger als ein Fünftel des Bedarfs.
Dank langfristiger Gasverträge bleiben die Preise für Bestandskunden stabil, obwohl die Marktpreise steigen. Gleichzeitig baut EnviaM seine Ökostromproduktion weiter aus, während die Umstellung auf grüne Wärmeversorgung nur langsam vorankommt. Der starke Anstieg bei Netzanschlussanfragen deutet zudem auf eine wachsende industrielle Aktivität in der Region hin.






