08 May 2026, 00:06

Historiker Möller warnt vor oberflächlichen Geschichtsvergleichen und ihren Folgen

Diagramm auf Papier mit verbundenen Kreisen, die als Ursachen des Ersten Weltkriegs bezeichnet sind, verbunden durch Pfeile, mit begleitendem Text, der Details zu Daten, Uhrzeiten und Orten enthält.

Historiker Möller warnt vor oberflächlichen Geschichtsvergleichen und ihren Folgen

Der Historiker Horst Möller warnt vor voreiligen historischen Vergleichen, da diese oft langfristige Auswirkungen außer Acht ließen. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund häufiger Parallelen zwischen vergangenen Regimen und aktuellen politischen Figuren – von Donald Trump bis zur Alternative für Deutschland (AfD). Möller betont, dass solche Vergleiche nur im vollständigen Kontext sinnvoll seien.

Laut Möller durchlebten sowohl die Weimarer Republik als auch die Bundesrepublik Deutschland Krisen, die in Entwicklungsproblemen und schuldengetriebener Inflation wurzelten. Doch er warnt, dass sich diese Ereignisse auf völlig unterschiedlichen Zeitskalen abspielten – zwölf Jahre bei der Weimarer Republik, 76 Jahre bei der Bundesrepublik. Die Vorstellung eines „deutschen Sonderwegs“ in die Diktatur nach dem Ersten Weltkrieg weist er zurück und verweist darauf, dass viele europäische Nationen damals ähnlich instabil waren.

Kritisch äußert sich Möller auch zu selektiven Vergleichen, etwa wenn die US-Regierung als neues SED-Regime bezeichnet oder Putin als „neuer Hitler“ etikettiert wird. Magazine wie Stern und Der Spiegel haben solche Debatten befeuert – etwa mit einem Stern-Titelbild, das Trump mit Hitlergruß unter der Schlagzeile Sein Kampf zeigt, oder einer Spiegel-Illustration, die ihn als zerstörerischen Kometen oder mit der abgetrennten Freiheitsstatue in der Hand darstellt.

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Möller plädiert dafür, dass Historiker vollständige historische Zusammenhänge betrachten müssen, statt isolierte Aspekte herauszugreifen. So stuft er die AfD nicht als „faschistische“ Partei ein, da ihr der für den historischen Faschismus typische Führerkult fehle.

Seine Haltung unterstreicht die Gefahren einer vereinfachenden Geschichtsbetrachtung. Möller besteht darauf, dass fundierte Vergleiche eine gründliche Analyse erfordern – und nicht nur prägnante Bilder oder oberflächliche Ähnlichkeiten. Andernfalls, warnt er, drohe die öffentliche Debatte die Vergangenheit zu verzerren und die Gegenwart falsch zu verstehen.

Quelle