Krebs im Endstadium: Warum Bloggerin Lerchek jetzt eine Kosmetikmarke gründet
Emma GüntherKrebs im Endstadium: Warum Bloggerin Lerchek jetzt eine Kosmetikmarke gründet
Valeria Tschekalina, bekannt als Bloggerin „Lerchek“, startet Kosmetikmarke trotz fortgeschrittener Krebserkrankung
Die bekannte Bloggerin Valeria Tschekalina, die unter dem Pseudonym Lerchek auftritt, hat trotz einer Krebsdiagnose im Spätstadium eine eigene Kosmetikmarke auf den Markt gebracht. Der Schritt löst kontroverse Reaktionen aus: Während einige ihre Entschlossenheit bewundern, stellen andere ihre Beweggründe infrage. Produzent Gera Iwashtschenko zieht Parallelen zu globalen PR-Strategien, wie sie etwa von Prominenten wie den Kardashians genutzt werden.
Tschekalina präsentierte ihre neue Marke Eyya Skin mitten im Kampf gegen Krebs im Stadium 4. In Werbevideos zeigt sie offen ihr verändertes Äußeres und die Belastungen ihrer Erkrankung. Diese Verbindung aus persönlichem Schicksal und unternehmerischer Selbstdarstellung spaltet ihre Fangemeinde.
Einige Unterstützer loben ihren Willen, trotz der Diagnose weiterzuarbeiten. Kritiker werfen ihr hingegen vor, ihre Krankheit für Aufmerksamkeit und höhere Verkaufszahlen zu instrumentalisieren. In Online-Kommentaren heißt es, Teile ihrer Inhalte „setzten zu sehr auf Mitleid“.
Gera Iwashtschenko, ein Produzent, der Tschekalinas Arbeit kennt, bezeichnet ihre Vorgehensweise als ungewöhnlich für das russische Publikum. Meist zögen sich Menschen in ähnlichen Situationen aus der Öffentlichkeit zurück, statt im Rampenlicht zu bleiben. Iwashtschenko vermutet, dass ihre Offenheit auch der finanziellen Absicherung ihrer Kinder diene.
Er vergleicht Tschekalinas Strategie mit der der Kardashian-Familie, die private Geschichten gezielt mit Geschäftsinteressen verknüpft. Gleichzeitig warnt er, dass eine solche Transparenz auf Zuschauer wirken könne, die an ein derart öffentliches Zeigen von Verletzlichkeit nicht gewöhnt seien.
Der Start von Eyya Skin stellt Tschekalinas öffentliches Image auf den Prüfstand. Während die einen ihre Stärke bewundern, bleiben andere skeptisch gegenüber ihren Motiven. Die Debatte spiegelt grundsätzliche Fragen wider: Wie lassen sich persönliche Schicksale mit öffentlicher Markenbildung vereinen?






