Künstler Joey Skaggs täuscht seit 30 Jahren Medien mit genialen Aprilscherzen
Lara WagnerKünstler Joey Skaggs täuscht seit 30 Jahren Medien mit genialen Aprilscherzen
Seit mehr als drei Jahrzehnten narrt der Künstler Joey Skaggs mit seinem jährlichen Aprilscherz-Umzug in New York City große Medienhäuser. Die Veranstaltung, die 1986 ihren Anfang nahm, nutzt die Bereitschaft der Medien, abstruse Behauptungen zu glauben – oft mit überraschendem Erfolg. Renommierte Medien wie die New York Times, der Guardian und die BBC sind bereits mindestens einmal auf seine ausgeklügelten Streiche hereingefallen.
Skaggs arbeitete ursprünglich als "sehr ernsthafter Künstler", bis er von der Branche desillusioniert war. Er wandte sich einem rebellischeren Stil zu und nutzte die Medien selbst als kreatives Spielfeld. Seine Umzüge sollen die Menschen "wieder mit ihrer angeborenen Albernheit in Kontakt bringen" und gleichzeitig das Recht der Öffentlichkeit feiern, über Autoritäten zu lachen.
Jedes Jahr verschickt er Pressemitteilungen, in denen er absurde Themen ankündigt – von einem Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb bis hin zu einer Y2K-Apokalypse-Party. Zwar finden manchmal kleine Treffen statt, doch sie erreichen nie das Ausmaß, das in seinen Ankündigungen beschrieben wird. Die diesjährige Mitteilung kündigte einen Umzug an, angeführt vom Präsidenten, und forderte die Teilnehmer auf, zu hinterfragen, "was real ist und was nicht".
Skaggs steht mit seiner Tradition der Aprilscherz-Medienhoaxes nicht allein da. 1985 veröffentlichte Sports Illustrated eine erfundene Geschichte über Hayden "Sidd" Finch, ein Mets-Talent, das angeblich einen Baseball mit 270 km/h werfen konnte, ohne jemals professionell gespielt zu haben. Selbst David Bowie beteiligte sich 1998 am Spaß und veranstaltete eine Party zur Gründung eines fiktiven Verlags – ein weiterer Streich, der Journalisten täuschte.
Mindestens 15 große Medien haben in den letzten 20 Jahren über Skaggs' Umzug berichtet, oft ohne den Scherz zu durchschauen. Seine Arbeit zeigt, wie leicht sich falsche Erzählungen verbreiten – selbst in vertrauenswürdigen Nachrichtenquellen. Die Tradition lebt weiter und beweist: Am 1. April ist Skepsis die beste Verteidigung.






