08 May 2026, 04:02

Migrationsforscher Knaus zerpflückt Dobrindts Grenzpolitik als unwirksam und rechtswidrig

Ein Plakat, das eine detaillierte Karte von Europa zeigt, die die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, ihre Grenzen, wichtige Städte, Flüsse und geografische Merkmale hervorhebt, mit zusätzlichem Text, der Länderinformationen und Grenzangaben bereitstellt.

Migrationsforscher Knaus zerpflückt Dobrindts Grenzpolitik als unwirksam und rechtswidrig

Ein Jahr nach der Wiedereinführung von Zurückweisungen an den deutschen Binnengrenzen hat der Migrationsforscher Gerald Knaus die Politik scharf kritisiert. Er argumentiert, dass die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) umgesetzte Maßnahme unwirksam und rechtlich fragwürdig sei. Statt symbolischer Aktionen fordert Knaus einen Fokus auf nachhaltige und humane Lösungen für die Bewältigung der irregulären Migration in die EU.

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Die Zurückweisungspraxis, die ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD gefordert worden war, wurde im Mai 2025 wieder eingeführt. Knaus behauptet, sie verstoße eindeutig gegen EU-Recht und habe kaum etwas zur Lösung der Migrationsherausforderungen beigetragen. Der Rückgang der Asylanträge sei vor allem auf Entwicklungen in Syrien zurückzuführen, darunter der Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024.

Vor 2024 hatten Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU geschützten Syrer aufgenommen. Nun verzeichnen beide Länder den stärksten Rückgang bei Asylanträgen. Knaus betont, die Bundesregierung hätte diese Entwicklung nutzen sollen, um langfristige und legale Migrationsstrategien zu entwickeln – statt auf vorübergehende Grenzkontrollen zu setzen.

Laut Knaus setzt der aktuelle Ansatz auf politische Gesten statt auf praktische Ergebnisse. Er warnt, dass die EU ohne eine strategischere Planung Gefahr laufe, frühere Fehler bei der Bewältigung irregulärer Migration zu wiederholen.

Der Rückgang der Asylanträge trifft Deutschland und Österreich besonders hart, doch Knaus sieht kaum Fortschritte bei der Reform der Migrationspolitik. Er besteht darauf, dass eine nachhaltige Steuerung der Migration mehr erfordert als kurzfristige Grenzmaßnahmen. Ohne Kurswechsel, so seine Befürchtung, werde die EU weiterhin vermeidbare Probleme bei der Bewältigung der Asylströme haben.

Quelle