Nouripour attackiert deutsche Iran-Politik: "Berlin schläft am Steuer"
Marie SchneiderNouripour attackiert deutsche Iran-Politik: "Berlin schläft am Steuer"
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat die deutsche Iran-Politik scharf kritisiert. Er wirft der Bundesregierung vor, es an Initiative mangeln zu lassen und in zentralen Fragen eher zu reagieren als zu führen.
Seine Kritik richtete Nouripour direkt an Außenminister Johann Wadephul, dem er Untätigkeit vorwirft. Die passive Haltung Deutschlands habe es dem Iran ermöglicht, sich in Verhandlungen dominant zu fühlen – besonders, da das Regime trotz internationalem Druck stabil bleibe.
Die Lage in der Straße von Hormus habe sich weiter zugespitzt, so Nouripour. Der Iran greife gezielt zivile Frachtschiffe an, was er als inakzeptabel bezeichnete. Er forderte ein stärkeres Engagement Europas in der Region.
Gleichzeitig warnte er davor, in der Debatte über den Iran von einer „Waffenruhe“ zu sprechen. Ein solcher Begriff suggariere, dass es um die Vermeidung offener Kriegshandlungen gehe, statt um eine diplomatische Herausforderung. Stattdessen rief er die europäischen Staaten, die direkt von den iranischen Aktionen betroffen sind, dazu auf, eigenständige Initiativen zu ergreifen und mit eigenen Vorschlägen in Verhandlungen einzutreten.
Nouripours Äußerungen spiegeln eine wachsende Unzufriedenheit mit der deutschen Iran-Politik wider. Sein Appell für ein proaktives europäisches Engagement zeigt die Sorge über die eskalierenden Spannungen und die Notwendigkeit einer klareren Haltung. Die Kritik setzt Berlin unter Druck, seine diplomatische Strategie in der Region neu zu bewerten.






