16 April 2026, 08:04

Offene Glasfasernetze revolutionieren den deutschen Markt – doch Regulierung bleibt umstritten

Plakat, das das Affordable Connectivity Program bewirbt, mit Text, der besagt, dass über 15 Millionen Haushalte eingeschrieben sind, um bei High-Speed-Internet zu sparen, und einem Logo.

Offene Glasfasernetze revolutionieren den deutschen Markt – doch Regulierung bleibt umstritten

Offene Netze verändern den deutschen Glasfasermarkt: Immer mehr Anbieter setzen auf gemeinsame Infrastruktur. Eine neue Gesetzesvorlage sieht nun strengere Regeln vor, um fairen Wettbewerb in Regionen mit begrenzten Netzoptionen zu gewährleisten. Gleichzeitig schließen große Provider Kooperationen, um ihre Reichweite auszubauen.

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Fast 300 Unternehmen bauen derzeit in Deutschland Glasfasernetze aus. Viele setzen auf den S/PRI-Standard, eine einheitliche Schnittstelle, die die Kompatibilität zwischen verschiedenen Systemen verbessert. Dieser Wandel macht offenen Netzzugang zu einem zentralen Treiber der Branchenentwicklung.

Der Entwurf des Telekommunikationsgesetzes (TKG) enthält eine neue Vorgabe: In Gebieten, in denen nur ein Glasfasernetz wirtschaftlich tragfähig ist, müssen Betreiber Verhandlungslösungen für Mitbewerber anbieten. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), fordert schärfere Kontrollen, falls sich offene Zugangsvereinbarungen nicht realisieren lassen. Einige Netzbetreiber warnen jedoch, dass zu strenge Regulierung Investitionen bremsen könnte.

Mehrere Unternehmen treiben die Pläne für offenen Netzzugang bereits voran: Deutsche GigaNetz hat Abkommen mit dem schwedischen Provider Bahnhof und Westconnect geschlossen. Plusnet wird seine Dienste über die Netze von OXG anbieten. Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge kündigten an, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 unter offenen Zugangsbedingungen für Dritte zu öffnen.

Auch die Nachfrage nach mehr Auswahl wächst: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 83 Prozent der Kunden von 1&1 Versatel die Möglichkeit nutzen möchten, auf demselben Netz zwischen verschiedenen Anbietern zu wechseln.

Die Bewegung hin zu offenem Netzzugang gewinnt an Fahrt – getrieben durch neue Regulierung und kommerzielle Partnerschaften. Sollte der TKG-Entwurf verabschiedet werden, müssen Betreiber in Mononetz-Gebieten zwingend Verhandlungslösungen anbieten. Für Verbraucher könnte das mehr Optionen bedeuten – doch Provider warnen, dass zu restriktive Bedingungen Investitionen hemmen könnten.

Quelle