Solingens Innenstadt am Scheideweg: Leerstände und fehlende Konzepte bedrohen die Zukunft
Emma GüntherSolingens Innenstadt am Scheideweg: Leerstände und fehlende Konzepte bedrohen die Zukunft
Solingens Innenstadt kämpft mit Leerständen, magerem Gastronomieangebot und tiefgreifenden Wirtschaftssorgen. Der Niedergang vollzieht sich seit Jahren schleichend, aber stetig. Lokale Verantwortliche sind sich einig: Jetzt muss gehandelt werden, um die Trendwende einzuleiten.
Die Probleme der Stadt liegen offen zutage. Leerstehende Ladenlokale, ein schrumpfendes Warenangebot und der Mangel an sozialen Begegnungsstätten haben ihre Spuren hinterlassen. Viele Ursachen liegen außerhalb Solingens Einflussbereich – etwa die Abwanderung von Dienstleistungen in größere Städte, der Verlust lokaler Industriezweige sowie der Aufstieg von Discountern und dem Onlinehandel.
Die kommunale Politik hat zwar mit Einzelprojekten und Fachkonzepten gegensteuern wollen, doch ein umfassendes Masterplan für eine nachhaltige Entwicklung fehlt bis heute. Nun gilt ein solches Gesamtkonzept als unverzichtbar – nicht nur für das Zentrum, sondern auch für angrenzende Bereiche wie die Mangenberger Straße, die Friedrichstraße, den Graf-Wilhelm-Platz und das Werwolf-Viertel.
Ein ganzheitlicher Plan muss städtische Gestaltung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsförderung berücksichtigen. Zudem sollte er attraktive Rahmenbedingungen für eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerung schaffen. Für die Umsetzung dieser Veränderungen und die Einführung energieeffizienter Lösungen wird mehr finanzielle Spielräume nötig sein.
Die Erneuerung von Solingens Innenstadt darf nicht länger warten. Die Umsetzung eines Masterplans wird Jahre dauern – daher müssen die Arbeiten sofort beginnen. Nur der Wechsel von isolierten Projekten zu einer flächendeckenden Entwicklung kann den Abwärtstrend aufhalten.
