Warum „Dinner for One“ seit 50 Jahren unser Silvester-Ritual prägt

Warum „Dinner for One“ seit 50 Jahren unser Silvester-Ritual prägt
Seit über 50 Jahren ist Dinner for One ein fester Bestandteil des Silvesterprogramms in Deutschland und Österreich. Die kurze Komödie, die 1963 erstmals ausgestrahlt wurde, begleitet eine ältere Dame und ihren Butler, die ein Geburtstagsdinner mit längst verstorbenen Gästen nachspielen. Hinter der schlichten Handlung verbirgt sich eine scharfsinnige Mischung aus Humor, Einsamkeit und schwindenden aristokratischen Traditionen. Die Aufnahme entstand am 8. Juli 1963 in Hamburg beim Norddeutschen Rundfunk (NDR). Ihre Premiere im deutschen Fernsehen feierte die Sketch-Comedy noch im selben Jahr, doch erst in den frühen 1970er-Jahren entwickelte sie sich zum festen Silvesterbrauchtum. Die Handlung spielt in einem englischen Salon: Im Mittelpunkt steht Miss Sophie, eine 90-jährige Dame, die ihren Geburtstag mit einem Vier-Gänge-Menü begehen will. Ihr einziger Begleiter ist James, ihr Butler, der für ihre vier verstorbenen "liebsten Freunde" einspringen muss. Das Dinner folgt strengen formalen Regeln. Jeder Gang wird von einem bestimmten Getränk begleitet – ein Relikt alter Handelswege und standesgemäßer Gepflogenheiten. Während James für die abwesenden Gäste mittrinkt, gerät die steife Ordnung durch seine zunehmende Trunkenheit ins Wanken, doch das Ritual selbst bleibt ungebrochen. Gerade diese Spannung macht den Humor aus: Die Fassade der Etikette hält stand, selbst wenn sie bröckelt. Zwischen Miss Sophie und James besteht eine vielschichtige Beziehung – eine Mischung aus Vertrautheit, Abhängigkeit und etwas Unausgesprochenem, fast Verschwörerischem. Der Sketch zeigt Einsamkeit nicht als Ausnahme, sondern als stillen, düster-normalen Teil einer Gesellschaft, die auf leeren Ritualen aufgebaut ist. Der Butler, einst Diener, übernimmt nun die Rollen seiner früheren Herren und hält die Illusion am Leben. Seit der Erstausstrahlung ist Dinner for One ein kultureller Fixpunkt im deutschsprachigen Raum geblieben. Seine anhaltende Beliebtheit gründet auf der gelungenen Balance zwischen Slapstick-Humor und tieferen Themen wie Isolation und Verfall. Jeden Silvesterabend kehren die Zuschauer zu derselben 18-minütigen Szene zurück – ein Ritual über Rituale, bei dem Lachen und Melancholie am selben Tisch sitzen.

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