02 May 2026, 12:03

Wie 32 Förderschüler mit Musiktheater zu Königen der Bühne wurden

Eine Gruppe von Kindern, die auf einer Bühne Musikinstrumente spielen, mit einer Frau in der Mitte, die ein Mikrofon hält, umgeben von Mikrofonständern, einem Banner im Hintergrund und Pflanzen auf der rechten Seite.

Wie 32 Förderschüler mit Musiktheater zu Königen der Bühne wurden

Ein einzigartiges Musiktheaterprojekt bringt 32 Kinder aus ländlichen Schulen mit besonderem Förderbedarf zusammen

Unter dem Titel „Könige und Königinnen – Ein musikalischer Coup“ präsentiert das Musiktheater 360°, eine Initiative der Musikakademie Rheinsberg, seine neueste Produktion. 32 Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 16 Jahren aus ländlichen Förderschulen probten eine Woche lang intensiv im Schloss Rheinsberg für die Aufführung.

Das Projekt entstand im Rahmen von „Werkstatt Quillo“, das vom Ensemble Quillo ins Leben gerufen wurde – einer Gruppe, die seit über 20 Jahren zeitgenössische Musik in ländliche Regionen trägt. Diesmal lag der Fokus auf sozial benachteiligten Kindern mit besonderem Förderbedarf, denen damit kreative Möglichkeiten eröffnet wurden, die in ihrer Umgebung oft fehlen.

Während der Proben entwickelten die Jugendlichen Ideen, wie sie ihre Stadt regieren würden. Fieby und Helene von der Clara-Zetkin-Schule meisterten nebenbei noch ihre Deutschprüfung. Ihre Vorschläge reichten von der Ansiedlung von Koalas bis hin zu kostenlosem Eis für alle.

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Die Aufführung selbst bestach durch selbst bemalte „Regenmacher“ – bunte Stäbe, gefüllt mit Kieselsteinen, die einen sanften, regenartigen Klang erzeugten. Zum Höhepunkt des Abends tanzten die jungen Darsteller selbstbewusst über die Bühne, wirkten entspannt und voller Selbstvertrauen.

Der professionelle Musiker Andreas Völk komponierte eine Ouvertüre und Zwischenspiele, die höfische Klänge mit Sounds aus der Lebenswelt der Jugendlichen verbanden. Das Projekt gab auch den Lehrkräften neue Einblicke in ihre Schüler: Eine Pädagogin entdeckte bei einem Mädchen eine liebevolle Seite, die im Unterricht selten zu sehen ist, eine andere reflektierte über die Stigmatisierung, der Kinder mit Förderbedarf oft ausgesetzt sind.

Zeitgenössische Musik mit ihrem partizipativen Charakter spielte eine zentrale Rolle. Das Publikum war von Anfang an Teil des Konzepts – ein Ansatz, der an interaktive Werke von Komponisten wie John Cage oder Karlheinz Stockhausen erinnert.

Den Abschluss bildete ein großes Fest, das die Kreativität und das Selbstbewusstsein der jungen Teilnehmer feierte. Das Projekt bot nicht nur eine Bühne für künstlerischen Ausdruck, sondern zeigte auch das Potenzial inklusiver, ländlich verankerter Kulturinitiativen. Lehrkräfte und Organisatoren waren sich einig: Die Erfahrung ließ die Kinder auf unerwartete Weise strahlen.

Quelle