130.000 Geflüchtete verlieren Zugang zu Integrationskursen durch neue Regelung
Lotta Schulte130.000 Geflüchtete verlieren Zugang zu Integrationskursen durch neue Regelung
Eine neue Regelung in Deutschland könnte fast 130.000 Menschen den Zugang zu Integrationskursen verwehren. Betroffen sind vor allem Ukrainer:innen und Asylsuchende, die bisher freiwillig an den Kursen teilnehmen konnten. Kritiker warnen, dass dieser Schritt Jahre des Fortschritts bei der Eingliederung von Geflüchteten in die deutsche Gesellschaft zunichtemachen könnte.
Vor den Einschränkungen hätten im kommenden Jahr rund 314.300 Menschen an Integrationskursen teilnehmen sollen. Davon waren 184.800 zur Teilnahme verpflichtet, während sich 129.500 freiwillig angemeldet hatten. Falls die neue Regelung bestehen bleibt, werden diese freiwilligen Teilnehmer:innen nun ausgeschlossen.
Sprachschulen, die solche Kurse anbieten, stehen bereits unter finanziellen Druck. Weniger Teilnehmende bedeuten geringere Förderung – ihre Existenz ist damit gefährdet. Ohne Sprachausbildung wird es für Geflüchtete deutlich schwerer, qualifizierte Arbeitsplätze oder faire Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden.
Filiz Polat, stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss, warf der Bundesregierung vor, den Zugang zu den Kursen gezielt zu beschränken. Die Politik untergrabe damit systematisch die Bemühungen, Neuankömmlinge erfolgreich zu integrieren, so Polat.
Die Einschränkungen kappen dringend benötigte Sprachförderung für Zehntausende Geflüchtete. Viele könnten dadurch die Fähigkeiten verlieren, die sie für eine stabile Arbeit oder gesellschaftliche Teilhabe benötigen. Langfristig könnte dies Deutschlands Fähigkeit schwächen, Neuankömmlingen die nötige Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben zu bieten.






