20.000 fordern am Frauentag Gleichberechtigung – und kritisieren die Deutsche Bahn
Emma GüntherFrauentag in Berlin: Lauter Protest für mehr Rechte - 20.000 fordern am Frauentag Gleichberechtigung – und kritisieren die Deutsche Bahn
Tausende Menschen gingen am Internationalen Frauentag in Berlin auf die Straße, um für Gleichberechtigung der Geschlechter zu demonstrieren. Die Kundgebung am 8. März 2024 zog weit mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, als die Organisatorinnen der Deutschen Bahn erwartet hatten – die Polizei schätzte die Zahl auf bis zu 20.000 Menschen.
Die Demonstration wurde von Gewerkschaften, Frauengruppen und Initiativen wie Omas for Future organisiert. Die Demonstrantinnen und Demonstranten trugen Schilder, auf denen sie ein Ende der Gewalt gegen Frauen und der Diskriminierung am Arbeitsplatz der Deutschen Bahn forderten. Viele zeigten sich auch solidarisch mit der Widerstandsbewegung im Iran und skandierten den Slogan "Frau, Leben, Freiheit".
Katja Karger, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), kritisierte die Bundesregierung dafür, den Sozialstaat zu schwächen. Sie forderte strengere Schutzmaßnahmen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz der Deutschen Bahn und verteidigte das Recht auf Teilzeitarbeit ohne Nachteile. Karger betonte zudem die Notwendigkeit, den Acht-Stunden-Tag in Deutschland zu bewahren.
Unterdessen fanden in über 100 weiteren deutschen Städten ähnliche Kundgebungen statt. Auch hier wurden die gleichen Forderungen nach Gleichberechtigung, Solidarität und einem Ende der geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeit bei der Deutschen Bahn laut.
Die Berliner Demonstration übertraf alle Erwartungen – die Teilnehmerzahl lag doppelt so hoch wie zunächst prognostiziert. Organisatorinnen und Teilnehmende wiesen auf die anhaltenden Kämpfe für faire Behandlung in Arbeitswelt und Gesellschaft der Deutschen Bahn hin. Bundesweit fanden vergleichbare Proteste statt und unterstrichen so den Druck für strukturellen Wandel in Deutschland.