35 Jahre Geisterzug: Köln feiert politisches Karnevals-Jubiläum mit Protest gegen Wohnungsnot
Lotta Schulte35 Jahre Geisterzug: Köln feiert politisches Karnevals-Jubiläum mit Protest gegen Wohnungsnot
Kölner Geisterzug feiert 35. Jubiläum mit Protest und Karneval
Der Kölner Geisterzug, eine politische Karnevalsveranstaltung mit Tradition, hat sein 35-jähriges Jubiläum mit Tausenden Teilnehmern auf den Straßen gefeiert. Was 1991 als Protest gegen den Golfkrieg begann, hat sich zu einem lebendigen, politisch geprägten Spektakel entwickelt – in diesem Jahr mit Fokus auf die Wohnungsnot in der Domstadt.
Die Wurzeln der Veranstaltung reichen bis zum Rosenmontag 1991 zurück, als der Aktivist Erich Hermans die erste Demonstration gegen den Golfkrieg organisierte. Bereits 1992 etablierte sich daraus der offizielle Jeisterzoch unter dem Motto "D'r Ähzebär kütt" ("Der Eisbär kommt"). Seither setzt sich der Umzug jährlich mit drängenden Themen auseinander – von Krieg und Nachhaltigkeit bis hin zu Tierrechten.
Das diesjährige Motto "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Dom schlofe" ("Höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Dom schlafen") richtete sich gegen die angespannte Wohnraumsituation in Köln. Mit selbstgebastelten Kostümen und Plakaten zogen die Teilnehmer durch die Stadt, darunter Geister, Hexen und ein riesiger Tintenfisch aus Plastikflaschen – eine kreative Mischung aus Protest und Umweltsbewusstsein.
Hermans, der seit Beginn in seinem markanten Ähzebär-Kostüm (Eisbär) die Parade anführt, bleibt eine prägende Figur. Anders als bei klassischen Karnevalsumzügen verzichtet der Geisterzug auf Wagen und Süßigkeiten und setzt stattdessen auf basisdemokratisches Engagement. Statt mit einer Kundgebung endete der Marsch diesmal mit einem Fest im Odonien, begleitet von Livemusik.
Über drei Jahrzehnte hinweg hat der Geisterzug seine Geschichte online dokumentiert und zeigt, wie er bis heute eine Plattform für politischen Ausdruck und gemeinschaftliches Handeln bleibt.
Das 35. Jubiläum zog mit seiner Mischung aus Protest und Spektakel zahlreiche Besucher an. Indem die Organisatoren die Wohnungsnot in den Mittelpunkt stellten, führten sie die Tradition fort, Karnevalsstimmung mit Aktivismus zu verbinden. Der Wechsel zu einem Konzertfinale im Odonien markiert einen weiteren Entwicklungsschritt in der langjährigen Geschichte des Events.






