21 January 2026, 18:03

35 Jahre nach der Wende: Leipzig diskutiert über Umbrüche in Ost und West

Ein altes Buch ist aufgeschlagen und zeigt eine detaillierte Karte von Deutschland mit ihren Provinzen und Städten.

35 Jahre nach der Wende: Leipzig diskutiert über Umbrüche in Ost und West

Eine literarische Veranstaltung in Leipzig erkundet die Veränderungen in Ost und West seit 35 Jahren

Unter dem Titel „In einem neuen Land“ diskutieren der Journalist August Modersohn und der Schriftsteller Marko Martin über die Umbrüche seit der Wiedervereinigung. Beide haben die Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten dokumentiert. Die Abendveranstaltung findet am Freitag, dem 24. Oktober, von 19 bis 21 Uhr im Oberen Atrium der Leipziger Stadtbibliothek statt.

August Modersohn, 1994 in West-Berlin geboren, ist heute stellvertretender Leiter des DIE ZEIT-Büros in Leipzig. In seinen Reportagen zeichnet er die Wandlungen in den ehemaligen deutschen Staaten seit dem Mauerfall nach. An seiner Seite wird Marko Martin, ein in Berlin lebender Autor, seine persönliche Perspektive einbringen.

Martins 2023 erschienener Roman „Sommer 1990“ erzählt von seiner Rückkehr in seine sächsische Heimatstadt nach dem Abitur im Westen. Auch in seinen weiteren Werken wie „Schlafende Hunde“ und „Die letzten Tage von Hongkong“ thematisiert er Verdrängung und Wandel. Zudem wird die Schriftstellerin Marion Brasch, 1961 in Berlin geboren, an der Diskussion teilnehmen. Ihre Bücher „Ab jetzt ist Ruhe“ und „Nirgendwo ist hier“ beleuchten das Leben vor und nach der Wiedervereinigung.

Ein Schwerpunkt des Abends liegt auf den wirtschaftlichen Umwälzungen, mit denen Ostdeutsche nach 1990 konfrontiert waren. Viele erinnern sich noch an die niedrigen Mieten der DDR – auf dem Stand der 1930er Jahre eingefroren – sowie an stabile Preise für Lebensmittel und Versorgungsleistungen. Mit dem Wegfall der Subventionen im marktwirtschaftlichen System stiegen die Kosten drastisch, was den Alltag grundlegend veränderte.

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Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Literarischen Herbst und den Städtischen Bibliotheken Leipzig organisiert. Sie bietet die Gelegenheit, aus erster Hand von den Erfahrungen der Wiedervereinigung und ihren langfristigen Folgen zu hören. Die Besucher erhalten Einblicke, wie sich Politik, Kultur und persönliche Lebenswelten nach 1990 entwickelten. „In einem neuen Land“ verbindet Journalismus, Literatur und Geschichte für alle, die sich für die jüngere Vergangenheit des Landes interessieren.