Anna Netrebkos triumphale Rückkehr an der Berliner Staatsoper löst Proteste aus
Lara WagnerAnna Netrebkos triumphale Rückkehr an der Berliner Staatsoper löst Proteste aus
An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Uraufführung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Rund 50 Demonstranten versammelten sich mit ukrainischen Fahnen, um ihren Widerstand zum Ausdruck zu bringen.
Die fast dreistündige Vorstellung präsentierte Netrebko in der Rolle der Amelia, einem zentralen Part des festlichen Opernprogramms. Regisseur Rafael R. Villalobos brachte eine frische Deutung auf die Bühne, die Elemente der queeren Ballroom-Kultur und Anspielungen auf die AIDS-Krise in bestimmte Szenen einwebte. Die Produktion erntete starken Beifall für Musiker und Sänger, wobei Netrebko vom Publikum besonders gefeiert wurde.
Draußen skandierten die Protestierenden Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Demonstration richtete sich gegen Netrebkos frühere Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin, darunter eine Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war bereits zuvor in Berlin aufgetreten, hatte aber wegen ihrer politischen Kontakte Kritik auf sich gezogen.
Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, äußerte sich zur Kontroverse und verwies darauf, dass sich Netrebko öffentlich von Russland distanziert habe und seit ihrem letzten Auftritt im Sommer 2023 nicht mehr dorthin zurückgekehrt sei. Bis zur Spielzeit 2025–2026 hatte sich die öffentliche Meinung in Deutschland gewandelt, sodass sie wieder hochkarätige Engagements an Häusern wie der Wiener Staatsoper und dem Bayerischen Staatsoper in München annehmen konnte. Kritiker lobten ihre gesanglichen Leistungen, während ausverkaufte Häuser auf ein Nachlassen der früheren politischen Auseinandersetzungen hindeuteten.
Die Premiere stand somit für künstlerischen Erfolg und verbleibende politische Spannungen. Netrebkos Rückkehr auf die großen Bühnen spiegelt den Wandel der öffentlichen Haltung wider – mit ausverkauften Vorstellungen und positiven Rezensionen in Medien wie der FAZ und Die Welt. Die Produktion der Staatsoper läuft nun als Teil des festlichen Spielplans weiter.






