Apotheker protestieren gegen fehlende Anerkennung trotz GKV-Überschusses von 3,5 Milliarden Euro
Marie SchneiderApotheker protestieren gegen fehlende Anerkennung trotz GKV-Überschusses von 3,5 Milliarden Euro
Gesetzliche Krankenversicherung verzeichnet 2021 einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro – Apotheker fühlen sich übergangen
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland verzeichnete im Jahr 2021 einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro. Dennoch klagen Apothekeninhaber, dass sie für ihre Rolle bei der Kostensenkung nicht fair entschädigt werden. Nun hat sich ein Apotheker öffentlich gegen den Umgang der Regierung mit diesen Geldern geäußert.
Frank-Martin Welzig, Inhaber der Hils-Apotheke in Delligsen, Niedersachsen, richtete einen Brief an Gesundheitsministerin Nina Warken, in dem er seine Verärgerung zum Ausdruck brachte. Er bezeichnete den Überschuss als Ergebnis der Rabattverträge der Apotheken, kritisierte jedoch, dass diese dafür keine Anerkennung erhielten. Den aktuellen Entwurf zur Apothekenreform, der die feste Apothekengebühr unverändert lässt, nannte Welzig eine "Ohrfeige für den gesamten Berufsstand".
Zwischen 2021 und 2025 zeigte die GKV schwankende finanzielle Ergebnisse: Während 2021 ein Überschuss von 3,8 Milliarden Euro und 2024 voraussichtlich rund 3,2 Milliarden Euro erzielt wurden, wiesen 2022 und 2025 leichte Defizite auf. Der GKV-Spitzenverband betont jedoch, dass selbst diese Überschüsse nicht ausreichten, um die Rücklagen wieder aufzufüllen.
Welzig wies zudem auf die zusätzliche Belastung der Apotheken hin. Sie müssten Patienten Änderungen bei Medikamenten erklären, was häufig zu Verwirrung und Unterbrechungen der Behandlung führe. Diese Verantwortung erhöhe den Druck, ohne dass es ausreichende Unterstützung gebe, so der Apotheker.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, wie der GKV-Überschuss verwendet wird und ob Apotheken für ihre Sparbemühungen ausreichend gewürdigt werden. Da der Reformentwurf unverändert bleibt, dürften die Spannungen zwischen Apothekern und Gesundheitsbehörden anhalten. Die Entscheidung könnte auch beeinflussen, wie künftige Überschüsse verwaltet und verteilt werden.