Baden-Württembergs Zukunft wird am 8. März entschieden – was bedeutet das für den Flughafen Stuttgart?
Lara WagnerBaden-Württembergs Zukunft wird am 8. März entschieden – was bedeutet das für den Flughafen Stuttgart?
Baden-Württemberg wählt am 8. März ein neues Landesparlament – und beendet damit 15 Jahre unter dem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Die Wahl fällt in eine schwierige Phase für das wirtschaftliche Schwergewicht, das mit steigender Arbeitslosigkeit und rückläufiger Industrieproduktion zu kämpfen hat. Das Ergebnis wird wegweisend sein, insbesondere für die Luftfahrtpolitik in einem Bundesland, das mit dem Flughafen Stuttgart und global agierenden Konzernen wie Mercedes-Benz und Porsche eng verbunden ist.
Das Land mit 11,2 Millionen Einwohnern durchlebt seit Monaten wirtschaftliche Turbulenzen: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte 2024 um 0,4 Prozent, die Industrieproduktion brach um zwei Prozent ein. Die Arbeitslosenquote kletterte von 3,3 Prozent Mitte 2022 auf heute 4,6 Prozent. Die einst dominierende Automobilbranche schwächelt seit Ende 2024, während Wachstumsimpulse aus den Bereichen Automatisierung, Robotik und Software etwas Gegensteuer geben.
Sechs Hauptkandidaten buhlen um die Führung: Cem Özdemir (Grüne), Manuel Hagel (CDU), Andreas Stoch (SPD), Hans-Ulrich Rülke (FDP), Markus Frohnmaier (AfD) sowie ein Trio aus der Linken. Ihre Parteien vertreten unterschiedliche Positionen zur Luftfahrtpolitik – ein zentrales Thema angesichts der Rolle des Flughafens Stuttgart, der als größter Landesflughafen zu 65 Prozent dem Land und zu 35 Prozent der Stadt gehört.
Die FDP bezieht die deutlichste pro-luftfahrtpolitische Haltung und bezeichnet Flughäfen als "Lebensadern" Baden-Württembergs. Die SPD ist die einzige Partei mit einem konkreten Luftfahrtkonzept und strebt bis 2040 klimaneutrale Landesflughäfen an. Die AfD lehnt "ideologische Verkehrspolitik" ab und fordert Entscheidungen nach praktischen Erfordernissen statt politischer Vorgaben.
Umfragen deuten auf eine probable schwarz-grüne Koalition hin, die darüber entscheiden würde, ob die Luftfahrtpolitik auf Expansion, Nachhaltigkeit oder eine Mischung beider Ansätze setzt.
Die Wahl wird die Weichen stellen für Luftfahrt, Wirtschaftserholung und Industriepolitik. Mit CDU und Grünen als wahrscheinlichen Partnern muss die nächste Regierung Wachstum und Umweltziele in Einklang bringen. Die Beschlüsse nach dem 8. März werden nicht nur die Zukunft des Flughafens Stuttgart prägen, sondern auch die Verkehrsstrategie im industriellen Kernland Deutschlands.