Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz: Bauplan steht – doch wichtige Lücken bleiben
Marie SchneiderLeipzig-Chemnitz-Eisenbahnlinie bleibt noch viele Jahre Engpass - Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz: Bauplan steht – doch wichtige Lücken bleiben
Der lange erwartete Ausbau der Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz erhält endlich einen Bauzeitplan – doch wichtige Abschnitte bleiben ungewiss
Die Bauarbeiten am südlichen Abschnitt der Strecke sollen 2032 beginnen, mehr als zwei Jahrzehnte nach der ersten Projektankündigung. Die Verzögerungen sorgen bei Unternehmen, Pendler:innen und lokalen Verantwortlichen für Frust, während die Kosten steigen und die Kapazitäten begrenzt bleiben.
Erste Forderungen nach einer zweigleisigen, elektrifizierten Strecke gab es bereits 2010. Doch erst jetzt steht ein Baubeginn für den südlichen Abschnitt zwischen Geithain und Chemnitz fest: Von 2032 bis 2035 soll gebaut werden. Selbst dann werden zwei Brücken Engpässe mit eingleisigem Betrieb aufrechterhalten – und damit die Vorteile des Ausbaus schmälern.
Die Planung für den nördlichen Abschnitt Leipzig–Geithain soll zwar im April starten. Doch ein konkreter Bauzeitplan fehlt, und wann die Arbeiten beginnen oder abgeschlossen werden, ist unklar. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich mittlerweile auf geschätzte 750 Millionen Euro, wobei fast 500 Millionen aus Strukturwandel-Fördermitteln gesichert sind.
Die heutige eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke begrenzt die Zugfrequenz und Geschwindigkeit massiv. Das belastet die Wirtschaft in der Region Chemnitz, zwingt Pendler:innen und Güterverkehrsunternehmen zu unzuverlässigen Verbindungen. Kommunen und Wirtschaftsverbände drängen seit Jahren auf schnellere Fortschritte – doch die Umsetzung stockt.
Sobald der südliche Abschnitt fertiggestellt ist, werden sich die Bahnverbindungen für den Raum Chemnitz verbessern. Doch die Zukunft des nördlichen Teils bleibt ungewiss, und Finanzierungslücken bestehen weiter. Bis dahin müssen Unternehmen und Fahrgäste weiter mit Verspätungen auf einer Strecke leben, die seit Jahren an ihren Kapazitätsgrenzen operiert.






