06 January 2026, 18:08

Basisbewegung fordert mit 14 Thesen mehr Mitsprache in sächsischen Kirchengemeinden

Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes zu sehen.

Reformbewegung präsentiert Thesen in Dresdner Kirchen - Basisbewegung fordert mit 14 Thesen mehr Mitsprache in sächsischen Kirchengemeinden

Basisbewegung in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens stellt Zentralisierungspläne infrage

Anlässlich des Festes Epiphanias hat sich eine basisdemokratische Initiative innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens öffentlich gegen weitere Zentralisierungsbestrebungen gewandt. Aktivistinnen und Aktivisten brachten am 6. Januar 14 Thesen an den Türen zweier großer Dresdner Kirchen an – der Kreuzkirche und der Dreikönigskirche – und forderten mehr lokale Mitbestimmung. Die Gruppe Kirche von unten argumentiert, dass Entscheidungen über Kirchengemeinden bei den Gemeinden selbst liegen sollten.

Der Protest fand bewusst am 6. Januar statt, einem Datum mit symbolträchtiger Bedeutung. Die Unterstützerinnen und Unterstützer hefteten ihre Thesen an die Kirchentüren – eine klare Anspielung auf Martin Luthers 95 Thesen. Im Mittelpunkt ihrer Forderungen steht das Subsidiaritätsprinzip: Danach sollen Gemeindestrukturen und Kooperationen freiwillig von den örtlichen Gemeinden gestaltet werden und nicht von oben verordnet werden.

Die Initiative besteht darauf, dass zentrale Fragen wie Personal, Finanzen und Vermögen in lokaler Verantwortung bleiben müssen. Sie warnt davor, Strukturreformen ohne ausreichende Beteiligung überstürzt umzusetzen. Ihre Position steht im Kontrast zu jüngsten Vorschlägen, die auf der Herbstsynode der Kirche diskutiert wurden, wo eine weitere Zentralisierung auf der Tagesordnung stand.

Regionalbischof Tobias Bilz zeigte sich offen für die Kritik. Er begrüßte den Beitrag der Gruppe zur Debatte und signalisierte Gesprächsbereitschaft. Bilz, der die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens leitet, war zuvor auf der Synode wegen des Reformprozesses in die Kritik geraten.

Der Protest der Bewegung macht die Spannungen deutlich, wie sich die Kirche künftig organisieren soll. Kirche von unten setzt sich für mehr Autonomie der Gemeinden ein und will Entscheidungsprozesse zurück in die lokalen Gemeinschaften verlagern. Die Dialogbereitschaft des Bischofs deutet darauf hin, dass die Diskussion in den kommenden Monaten weitergehen wird.

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