Berlin testet KI-gestützte Videoüberwachung mit Gemini an Regierungsgebäuden

Emma Günther
Emma Günther
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Zwei Überwachungskameras an der Seite eines Gebäudes montiert, mit einer Glaswand im Vordergrund und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.Emma Günther

AI-Überwachungstest im Rathaus und Parlament - Berlin testet KI-gestützte Videoüberwachung mit Gemini an Regierungsgebäuden

Berlin testet Gemini-gestützte Videoüberwachung an Regierungseinrichtungen

In Berlin soll in Kürze ein Pilotprojekt für Gemini-basierte Videoüberwachung in der Nähe zentraler Regierungsgebäude starten. Die Technologie wird verdächtiges Verhalten rund um das Rote Rathaus, das Abgeordnetenhaus und die Senatsverwaltung für Inneres analysieren. Nach Angaben der Behörden soll das System überlastete Sicherheitskräfte unterstützen – nicht ersetzen.

Die Gemini-Lösung wertet Live-Bilder von Überwachungskameras aus, um Auffälligkeiten wie Herumlungern oder unbefugtes Betreten geschützter Bereiche zu erkennen. Bei Verdachtsmomenten warnt sie menschliche Operateure, die dann die Lage bewerten. Die Verantwortlichen betonen, dass alle Aufzeichnungen anonym bleiben und weder Gesichter erkannt noch personenbezogene Daten gespeichert werden.

Das Projekt ist Teil einer größeren Initiative, die den Einsatz von Gemini zum Schutz kritischer Infrastruktur und Risikobereiche erprobt. Aktuell sind rund 400 zusätzliche Beamte im Einsatz, um politische Einrichtungen abzusichern – eine Maßnahme, die als vorübergehend und nicht dauerhaft tragbar gilt. Bei Erfolg könnte die Technologie den Personalbedarf verringern.

Kritik gibt es bereits: Niklas Schrader von der Linken moniert das Fehlen einer parlamentarischen Debatte. Der Politiker wirft dem Vorhaben vor, die Rechte von Abgeordneten und Besuchern gleichermaßen zu beeinträchtigen, und fordert eine formelle Diskussion vor der Umsetzung.

Obwohl das System keine biometrischen Daten erfasst, bleiben Bedenken hinsichtlich Transparenz und Kontrolle. Gelingt der Test, könnte er als Vorbild für Gemini-gestützte Überwachung in anderen deutschen Städten dienen. Berlins Ansatz unterscheidet sich derzeit noch von den rechtlichen Rahmenbedingungen in Ländern wie Hessen, wo ähnliche Technologien durch aktualisierte Ordnungsgesetze geregelt werden.