12 March 2026, 16:02

Berliner Bäder erhöhen Preise – warum die Kritik nicht abebbt

Eine Gruppe von Menschen, die im Wasser steht und eine Person, die auf einem Schwimmbad sitzt, mit Text, der Informationen über das Schwimmbad in Aschersleben, Deutschland, bereitstellt.

Senator diskutiert Mehrtickets für Schwimmbäder - Berliner Bäder erhöhen Preise – warum die Kritik nicht abebbt

Berlins öffentliche Bäder führen neue Preismodelle ein – und ernten massive Kritik

Die öffentlichen Schwimmbäder in Berlin haben eine Preisanpassung vorgenommen, die auf breite Ablehnung stößt. Die Änderungen sehen das Streichen von Mehrfachkarten vor und erhöhen den Tagespreis auf bis zu 7 Euro. Die Grünen-Politikerin Antje Kapek berichtet von wachsender Verärgerung unter den Berlinerinnen und Berlinern über die gestiegenen Kosten.

Der Betreiber, die Berliner Bäderbetriebe, rechtfertigt den Schritt mit der Begründung, dass die Preise seit einem Jahrzehnt nicht angepasst wurden, während die Ausgaben stetig stiegen. Dennoch müssen viele Schwimmgäste nun für denselben Zugang deutlich mehr bezahlen als zuvor.

Jahre lang konnten Besucher eine Mehrfachkarte erwerben, die 20 Besuche in Freibädern für 80 Euro ermöglichte. Diese Option gibt es nicht mehr. Stattdessen bietet ein digitales Abo-Modell nun unbegrenzten Zugang für 38 Euro im Monat oder zwei Besuche pro Woche für 30 Euro an.

Daten aus den Jahren 2021 bis 2025 zeigen einen deutlichen Wandel im Zahlungsverhalten der Bädergäste. Tageskarten haben stark an Beliebtheit gewonnen: Ihr Anteil an den Gesamtverkäufen stieg von etwa 40 auf über 70 Prozent. Eine Umfrage unter 5.000 Schwimmern ergab, dass 62 Prozent Einzeltickets wegen ihrer Flexibilität bevorzugen. Die Besucherstatistiken der Landesgesundheitsamt Soziales (LaGeSo) bestätigen diesen Trend – der Verkauf von Tageskarten lag 2023 um 25 Prozent höher als 2019.

Senatorin Iris Spranger, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Berliner Bäderbetriebe, hat die Bedenken zur Bezahlbarkeit anerkannt. Sie kündigte an, sich für eine erneute Diskussion über die Wiedereinführung von Mehrfachkarten einzusetzen. Das Unternehmen hingegen bezeichnet die aktuellen Preise als "transparent und fair" und betont, dass die Anpassungen nach Jahren stagnierender Gebühren notwendig seien.

Kritiker monieren, dass das neue System vor allem Gelegenheits-Schwimmer benachteiligt. Wer früher auf Mehrfachkarten setzte, muss nun entweder höhere Eintrittspreise pro Besuch zahlen oder sich auf ein monatliches Abo festlegen. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Bäder und dem Ziel, den Zugang für alle Berliner erschwinglich zu halten.

Die Abschaffung der Mehrfachkarten und die Einführung höherer Tagespreise haben das Zahlungsverhalten der Berliner verändert. Während der Betreiber auf finanzielle Zwänge verweist, gibt es Forderungen nach einer Überprüfung der Preissstruktur. Senatorin Sprangers Zusagen, die Thematik erneut aufzugreifen, deuten darauf hin, dass in den kommenden Monaten weitere Diskussionen folgen könnten.

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