24 March 2026, 20:05

Berliner Buchhandlung verklagt Kulturminister wegen angeblicher Verleumdung

Schwarz-weiß-Foto eines Zeitschriftenhefts mit einem Etikett auf dem Cover, das gegen einen dunklen Hintergrund gestellt ist.

Berliner Buchhandlung verklagt Kulturminister wegen angeblicher Verleumdung

Berliner Buchhandlung verklagt Kulturminister: Vorwurf der Verleumdung nach Ausschluss von Buchpreis

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Die Berliner Buchhandlung Zur schwankenden Weltkugel, bekannt für ihr linkes Profil und ihr Sortiment an politischer Literatur, Philosophie und Belletristik, zieht gegen Deutschlands Kulturminister Wolfram Weimer vor Gericht. Der Fachbuchhandel war von der Shortlist des Deutschen Buchhandlungspreises ausgeschlossen worden – mit der Begründung, es bestünden Verbindungen zu extremistischen Kreisen. Die Betreiber haben nun beim Verwaltungsgericht Berlin einen Eilantrag eingereicht und werfen dem Minister Diffamierung sowie die Verletzung ihrer Rechte vor.

Auslöser des Streits war Weimers Entscheidung, Zur schwankenden Weltkugel von der Auszeichnung auszuschließen. Zur Begründung verwies er auf "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" und erklärte, der Staat dürfe "politische Extremisten" nicht mit Steuergeldern fördern. Die Buchhandlung, 2002 als Teil des linksalternativen Schwarze Risse-Kollektivs gegründet und seit 2012 unabhängig, gilt als fester Bestandteil der Berliner linksalternativen Kulturszene.

Weimers Äußerungen lösten umgehend juristische Schritte aus. Die Buchhändler forderten zunächst eine Unterlassungserklärung, die der Minister jedoch verweigerte. Daraufhin reichten sie beim Verwaltungsgericht Berlin (Aktenzeichen: VG 6 L 229/26) einen Eilantrag ein, um Weimer und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien daran zu hindern, sie weiter als extremistisch zu brandmarken. Ein Sprecher Weimers verteidigte dessen Recht auf solche Aussagen mit dem Argument, Amtsträger müssten auf verfassungsrechtliche Risiken hinweisen dürfen.

Das Gericht hat die Klage bestätigt, ein Termin für eine Entscheidung steht jedoch noch aus. Die Anwälte der Buchhandlung werfen Weimer vor, ihr Geschäft durch pauschale Vorwürfe stigmatisiert zu haben, ohne konkrete Bücher, Veranstaltungen oder Projekte als Belege zu nennen.

Der Fall liegt nun beim Verwaltungsgericht Berlin, wo das Urteil wegweisend für den Umgang von Regierungsvertretern mit politischen Kontroversen sein könnte. Bis zu einer Entscheidung bleibt Zur schwankenden Weltkugel von der Preisvergabe ausgeschlossen, während Weimer an seiner Haltung festhält, Gruppen mit mutmaßlich extremistischem Hintergrund auszuschließen. Die Richtersprüche wird zeigen, ob die Buchhandlung ihre Reputation rechtlich wiederherstellen kann.

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