Boryszew Kunststofftechnik schließt Werke in Sachsen-Anhalt bis Dezember
Lotta SchulteKein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew Kunststofftechnik schließt Werke in Sachsen-Anhalt bis Dezember
Boryszew Kunststofftechnik, ein großer Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt, stellt bis Dezember die Produktion ein. Das Unternehmen, das sich auf Innenraumkomponenten für die Volkswagen Gruppe spezialisiert hat, kämpft seit Langem mit nachlassender Nachfrage. Von der Schließung betroffen sind rund 430 Beschäftigte an den Standorten Gardelegen und Idar-Oberstein.
Die Entscheidung fällt nach Jahren finanzieller Belastungen in der deutschen Automobilbranche. Seit 2020 ist die Nachfrage nach Fahrzeuginnenräumen stark zurückgegangen – bedingt durch Lieferkettenstörungen und den Mangel an Halbleitern. Die COVID-19-Pandemie zwang zudem Montagelinien zum Stillstand und bremste die Erholung selbst nach der Wiedereröffnung der Werke. Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge, die andere Innenraumkonzepte erfordern, verschärfte den Druck zusätzlich.
Der Insolvenzverwalter Silvio Höfer nannte diese Herausforderungen als Hauptgründe für die Einstellung der Produktion. Trotz der Schließung sollen die Bemühungen fortgesetzt werden, einen Investor für Boryszew zu finden. Das Fehlen langfristiger Aufträge ließ jedoch keine tragfähige Alternative zum schrittweisen Auslauf der Aktivitäten zu.
An beiden Standorten wird die Produktion noch vor Jahresende eingestellt, wodurch 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer ungewissen Zukunft stehen. Währenddessen läuft das Insolvenzverfahren weiter, während nach möglichen Käufern gesucht wird. Die strukturellen Probleme der Automobilindustrie bleiben ein zentraler Faktor für den Niedergang des Unternehmens.






