Brandenburg beschleunigt Professur-Besetzungen radikal – und baut HPI zum Digitalzentrum aus
Lotta SchulteBrandenburg beschleunigt Professur-Besetzungen radikal – und baut HPI zum Digitalzentrum aus
Brandenburg will Professur-Besetzungen beschleunigen – schneller als jedes andere Bundesland
Die Landesregierung treibt die Beschleunigung von Berufungsverfahren an Hochschulen stärker voran als alle anderen deutschen Bundesländer. Das Kabinett hat nun einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Bearbeitungsdauer halbieren soll. Gleichzeitig plant die Landesregierung den Ausbau des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) zum führenden europäischen Zentrum für Digitalwissenschaften.
Das neue Gesetz zielt auf eine deutliche Verkürzung der oft langwierigen Berufungsverfahren ab. Bisher dauert die Besetzung einer Professur zwischen 12 und 24 Monate – künftig soll dieser Prozess auf nur noch 6 bis 12 Monate reduziert werden.
Die Hochschulen behalten dabei die volle Entscheidungshoheit über die Berufung und Beförderung von Professorinnen und Professoren. Die Reformen vereinfachen zudem die Immatrikulation von Studierenden und beseitigen bürokratische Hürden. Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, begrüßte die Pläne als Stärkung der Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen.
Parallel dazu treibt das Land die Umsetzung einer Vereinbarung mit der Universität Potsdam und der Hasso-Plattner-Stiftung voran, die 2025 in Kraft treten soll. Der Milliardär Hasso Plattner wird über seine Stiftung den Bau eines neuen Campus in Potsdam finanzieren. Damit festigt das HPI seine Position als Europas führende Einrichtung für Digitalwissenschaften.
Der Gesetzentwurf setzt auf exzellenzbasierte Berufungen und schlankere Abläufe. Noch unklar ist jedoch, wie viele brandenburgische Hochschulen konkret von den beschleunigten Verfahren profitieren werden.
Die Reformen sollen nicht nur die Berufungszeiten verkürzen, sondern auch den Verwaltungsaufwand für Studierende verringern. Der Ausbau des HPI in Potsdam markiert einen wichtigen Schritt in Brandenburgs Bestreben, eine Vorreiterrolle in der digitalen Hochschulbildung einzunehmen. Die Hochschulen können künftig Berufungen eigenständig steuern – stets mit Fokus auf wissenschaftliche Exzellenz.






