Bundesbeschluss gefährdet Integrationskurse: 3.000 Euro Gebühr schrecken 130.000 Menschen ab
Lara WagnerBundesbeschluss gefährdet Integrationskurse: 3.000 Euro Gebühr schrecken 130.000 Menschen ab
Eine aktuelle Entscheidung des Bundes gefährdet die Zukunft der Integrationskurse. Künftig müssen die Teilnehmer die vollen Kosten von rund 3.000 Euro selbst tragen. Diese Änderung droht etwa 130.000 Menschen bundesweit – fast 40 Prozent der Interessenten – von der Teilnahme auszuschließen.
Die Maßnahme geht auf einen Vorschlag des Bundesinnenministers zurück, der die finanzielle Verantwortung auf die Einzelnen abwälzt. Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte kritisierte die Entscheidung scharf und betonte, dass Integration niemals vom Geldbeutel abhängen dürfe. Die meisten Menschen könnten sich die Gebühr von 3.000 Euro schlicht nicht leisten.
Der Bundesrat hat bereits Widerstand signalisiert und den Antrag zur weiteren Prüfung an seinen Innenausschuss verwiesen. Unterdessen warnen Kursanbieter vor gravierenden Folgen: Viele müssten ihr Angebot kürzen, Kurse streichen und Personal entlassen.
Bovenschulte wies zudem auf die langfristigen Auswirkungen für die Integrationspolitik hin. Jahre der Arbeit stünden nun vor dem Kollaps, belastet durch diese finanzielle Hürde. Die Entscheidung zwingt die Teilnehmer, Kosten zu tragen, die sie nicht stemmen können. Ohne Korrekturen verlieren Zehntausende den Zugang zu essenzieller Integrationsförderung. Die nächsten Schritte des Bundesrats werden entscheiden, ob die Regelung in Kraft tritt oder überarbeitet wird.






