Bundespolizei droht der Verlust ihrer Körperkameras – und damit ein Beweismittel-Notstand
Marie SchneiderBundespolizei droht der Verlust ihrer Körperkameras – und damit ein Beweismittel-Notstand
Deutschlands Bundespolizei könnte bald ohne funktionierende Körperkameras dastehen. Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung für die bestehenden Modelle einzustellen – und lässt die Beamten damit ohne ein entscheidendes Arbeitsmittel zurück. Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), warnt vor der drohenden Krise.
Das Problem bahnt sich seit Monaten an. Die Gewerkschaft wusste, dass der Hersteller die Wartung einstellen wollte. Die Behörden hatten gehofft, der Lieferant würde die Unterstützung erneut verlängern – doch dafür wären Millionen an zusätzlichen Mitteln nötig gewesen.
Eine jüngste Ausschreibung für 2.500 neue Kameras, mit Option auf weitere 1.500 Geräte, scheiterte trotz eines Budgets von fünf Millionen Euro. Zusätzliche Anforderungen wie wechselbare Akkus machten das Angebot für potenzielle Bieter weniger attraktiv. Einige der aktuellen Modelle sind nahtlos mit den Tasern der Polizei kompatibel, was den Austausch weiter verkompliziert.
Körperkameras sind mittlerweile ein unverzichtbares Werkzeug im Polizeialltag. Sie helfen, Konflikte zu entschärfen – besonders in Bahnhöfen – und liefern wichtige Beweismittel in Strafverfahren. Roßkopf fordert das Bundesinnenministerium nun auf, umgehend zu handeln, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.
Ohne eine Lösung könnten die Beamten bereits im nächsten Jahr ohne funktionierende Körperkameras dastehen. Das Scheitern der Ausschreibung und der Rückzug des Herstellers lassen der Polizei kaum Handlungsoptionen. Das Ministerium muss jetzt schnell reagieren, um eine Lücke bei dieser essenziellen Ausstattung zu verhindern.
