24 February 2026, 14:01

Bundesverwaltungsgericht 2025: Weniger Fälle, aber bahnbrechende Urteile erwartet

Eine Liniengrafik, die das Wachstum der Wolfspopulation in Deutschland von 2000 bis 2021 zeigt, mit begleitendem beschreibendem Text.

Bundesverwaltungsgericht: Pflichtimpfung gegen Masern für Schulkinder und Wolfsabschuss auf der Agenda - Bundesverwaltungsgericht 2025: Weniger Fälle, aber bahnbrechende Urteile erwartet

Das Bundesverwaltungsgericht in Deutschland steht im Jahr 2025 vor einer geringeren Arbeitsbelastung. Die Zahl der Verfahren ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gesunken – von etwa 22.000 im Jahr 2021 auf rund 15.000 in diesem Jahr. Behörden führen den Rückgang auf die Digitalisierung, weniger Asylstreitigkeiten und Nachwirkungen der Pandemie zurück.

In diesem Jahr wird sich das Gericht mit mehreren viel beachteten Fällen befassen, darunter Impfregelungen, Wildtiermanagement und Konflikte um Energieinfrastrukturen.

Einer der am stärksten beobachteten Fälle betrifft die Masernimpfpflicht für Schulkinder. Das Gericht muss entscheiden, ob die verpflichtenden Impfungen mit dem geltenden Recht vereinbar sind.

Auch der Artenschutz steht auf dem Prüfstand. In zwei getrennten Verfahren wird die Rechtmäßigkeit von Abschussgenehmigungen für Wölfe angefochten. Eine Umweltschutzorganisation in Niedersachsen hat Klage gegen eine kürzlich erteilte Erlaubnis eingereicht und argumentiert, diese verstoße gegen Naturschutzvorschriften.

In einer weiteren wichtigen Verhandlung wird der Wehrdienstsenat über Elternzeitansprüche von Soldaten verhandeln. Der Fall könnte ein Präzedenzurteil für elterliche Leistungen innerhalb der Streitkräfte schaffen.

Die Energiepolitik ist ein weiterer Zankapfel. Die Gemeinde Binz klagt gegen den Bau eines Flüssigerdgas-Importterminals vor der Küste Rügens. Lokale Vertreter werfen vor, das Projekt sei ohne ausreichende Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt worden.

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Die sinkende Zahl der Verfahren entspricht einem allgemeinen Trend. Die Digitalisierung hat Verwaltungsabläufe beschleunigt und so Verzögerungen sowie Streitfälle reduziert. Auch die abnehmende Zahl von Asyl- und Migrationsverfahren hat die Belastung verringert – nicht zuletzt wegen der strengeren EU-Regeln im reformierten Gemeinsamen Europäischen Asylsystem, das im Juni 2025 in Kraft tritt.

Die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts im Jahr 2025 werden die Politik in den Bereichen öffentliche Gesundheit, Wildtiermanagement und Energieinfrastruktur prägen. Zwar könnten die Entscheidungen aufgrund der geringeren Fallzahl schneller fallen – ihre Tragweite bleibt dennoch beträchtlich. Der Rückgang der Klageeingänge deutet auf langfristige Veränderungen hin, wie Streitfälle vor Deutschlands höchstem Verwaltungsgericht landen.