Bundesweite Schüler-ID soll bürokratische Hürden für Familien beenden
Lotta SchulteBundesweite Schüler-ID soll bürokratische Hürden für Familien beenden
Bildungsfachleute fordern bundesweites Schüler-ID-System
Bildungsexpertinnen und -experten in Deutschland drängen auf die Einführung eines flächendeckenden Schülerausweissystems. Der Bundeselternrat und lokale Verantwortliche kritisieren, dass die zersplitterte Datenweitergabe zwischen den Bundesländern unnötige Verzögerungen für Kinder mit sich bringt. Viele Schülerinnen und Schüler müssen wochen- oder sogar monatelang auf notwendige Unterstützung warten, wenn ihre Familien innerhalb Deutschlands umziehen.
Aktuell tauschen die Bundesländer Bildungsdaten nicht einheitlich aus. Diese mangelnde Abstimmung führt dazu, dass Kinder beim Schulwechsel oft keinen Zugang zu ihren schulischen Unterlagen haben. Förderbedarfe müssen neu geprüft und Sonderregelungen erneut beantragt werden – was zu erheblichen Lernrückschlägen führt.
Der Bundeselternrat fordert nun die Einführung einer standardisierten Schüleridentifikationsnummer, um diese Probleme zu lösen. Ein solches System würde es ermöglichen, Bildungsverläufe lückenlos über alle Bundesländer hinweg zu verfolgen. Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Bundeselternrat, bezeichnete den Vorschlag als "längst überfällig".
Einige Regionen setzen bereits auf digitale Lösungen für die Schülerverwaltung. In Baden-Württemberg nutzen Schulen etwa das System winprosa für die zentrale Verwaltung von Kurswahlen und Stundenplänen. Österreich verfügt seit 2003 über ein ähnliches Modell: Das Bildungsdokumentationsgesetz schreibt die verbindliche Meldung von Schülerdaten vor. Ziel in Deutschland ist es, diese Effizienz zu übernehmen und sicherzustellen, dass kein Kind bei einem Umzug durchs Raster fällt.
Die geplante Schüler-ID würde für jeden Schüler und jede Schülerin eine zuverlässige, einheitliche Akte schaffen. Sie soll Versorgungslücken vermeiden und bürokratische Hürden für umziehende Familien abbauen. Wird das System eingeführt, wäre dies ein grundlegender Wandel in der Art und Weise, wie Deutschland bildungsrelevante Daten bundesweit verwaltet.






