05 March 2026, 20:02

Bürgergeld-Reform belastet arme Familien: Kinder leiden unter Sanktionen und Kürzungen

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der armen Menschen und die Armutsquote von 1959 bis 2005 zeigt, mit begleitendem Text.

Die Schwarz-Rote Regierung übersieht Kinderarmut in der sozialen Reform - Bürgergeld-Reform belastet arme Familien: Kinder leiden unter Sanktionen und Kürzungen

Der Deutsche Bundestag hat eine Reform des Bürgergelds beschlossen und es in Grundsicherung umbenannt. Die Neuerungen sehen schärfere Sanktionen bei versäumten Terminen im Jobcenter vor, darunter Kürzungen bei Wohnungsgeld und anderen Leistungen.

Die Reform kommt zu einer Zeit wachsender Sorgen über die Auswirkungen auf Kinder in einkommensschwachen Haushalten – rund 1,8 Millionen leben in Familien, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Nach dem neuen System drohen denen, die Termine im Jobcenter nicht wahrnehmen, härtere Strafen. Leistungen wie das Wohnungsgeld können gekürzt oder sogar vollständig gestrichen werden. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann verteidigte die Reform als Schritt zu einem "gerechten System".

Doch die Änderungen treffen direkt die schwächsten Familien. Bereits im Februar 2026 lebten rund 16.800 Minderjährige in Haushalten, deren Leistungen gekürzt worden waren. Von den 1,8 Millionen Kindern, die Bürgergeld beziehen – davon 1,4 Millionen unter 14 Jahren –, fehlt es vielen an grundlegenden Dingen wegen finanzieller Not. Die Reform bekämpft nicht die Ursachen von Armut, sodass die Zahl der Bedürftigen voraussichtlich nicht sinken wird.

Die öffentliche Unterstützung für Maßnahmen gegen Kinderarmut bleibt groß. Eine Mehrheit der Eltern – unabhängig von der eigenen finanziellen Situation – wünscht sich Verbesserungen für die etwa drei Millionen betroffenen Kinder. Fachleute argumentieren, dass Investitionen in diese jungen Menschen wirtschaftliche Vorteile und politische Stabilität bringen würden.

Die Reform tritt in Kraft, während die Bedenken über ihre Folgen für Familien anhalten. Kinder in einkommensschwachen Haushalten werden durch Leistungskürzungen noch stärker belastet, da der Zugang zu notwendiger Unterstützung eingeschränkt wird. Während die Regierung die Änderungen als gerecht bezeichnet, betonen Kritiker den dringenden Bedarf an Maßnahmen, die den Kreislauf der Armut durchbrechen – statt ihn zu verschärfen.

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