27 April 2026, 22:03

CDU leitet Parteiausschluss nach AfD-Bündnis in Biebesheim ein

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Hong Kong, wobei Protestschilder, Bäume, Glasfassaden, Fahrzeuge und Straßenschilder zu sehen sind.

CDU leitet Parteiausschluss nach AfD-Bündnis in Biebesheim ein

Die hessische CDU hat Parteiausschlussverfahren gegen Mitglieder eingeleitet, die sich in einer Kommunalwahl mit der rechtsextremen AfD verbündet haben. Der Schritt folgt einer umstrittenen Entscheidung in Biebesheim am Rhein, wo CDU- und AfD-Vertreter eine gemeinsame Kandidatenliste für die Stellvertreterposten des Bürgermeisters einreichten. Parteiführende bezeichneten die Abstimmung zwar als unabgestimmt, machten jedoch deutlich, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht geduldet werde.

In Biebesheim am Rhein hatten CDU- und AfD-Stadträte gemeinsam Bernd Kahnert, einen AfD-Kandidaten, in den Gemeindevorstand gewählt. Ihre gemeinsame Liste stand einem Vorschlag von SPD, Grünen und Freien Wählern gegenüber, die zusammen 17 der 31 Sitze im Gemeinderat halten. Die CDU verfügt über acht Sitze, die AfD über sechs.

Der CDU-Kreisverband Groß-Gerau verurteilte die Kooperation scharf und bezeichnete sie als Bruch der Parteilinie. Der Kreisvorsitzende Stefan Sauer erklärte, der Parteiausschluss sei "eindeutig" und "nicht verhandelbar", insbesondere vor dem Hintergrund der Ermordung von Dr. Walter Lübcke durch einen Rechtsextremisten im Jahr 2019. Der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born unterstützte die Entscheidung und forderte "sofortiges und entschlossenes" Handeln auf lokaler Ebene.

Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigt, dass solche Kooperationen kein Einzelfall sind. Zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024 gab es bei fast 19 Prozent von 5.000 inhaltlichen Kommunalabstimmungen "direkte Zusammenarbeit" anderer Parteien mit der AfD. Die Forschung ergab zudem, dass vor allem parteilose Gemeinderäte und kleinere Parteien mit der AfD kooperierten.

Die Reaktion der CDU unterstreicht ihre klare Haltung gegen jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD. Die eingeleiteten Ausschlussverfahren senden ein deutliches Signal, während die WZB-Studie auf ein breiteres Muster lokalpolitischer Bündnisse hinweist. Das Ergebnis der Verfahren wird entscheiden, ob die beteiligten Mitglieder in der Partei verbleiben.

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