Chipmangel lässt Gebrauchtwagenpreise explodieren – doch die Krise hält an
Lotta SchulteChipmangel lässt Gebrauchtwagenpreise explodieren – doch die Krise hält an
Weltweite Autobranche kämpft mit den Folgen des Chipmangels
In den vergangenen Jahren wurde die globale Automobilindustrie durch einen massiven Halbleitermangel schwer erschüttert. Zwischen 2021 und 2022 trieben Produktionskürzungen und eine stark gestiegene Nachfrage die Preise für Gebrauchtwagen um fast ein Fünftel in die Höhe. Noch immer ist der Markt in Unruhe – das Angebot kommt mit der Nachfrage kaum mit.
Der Beginn der Krise fällt in die Coronavirus-Pandemie, als Halbleiterhersteller ihre Produktion von der Autoindustrie abzogen. Stattdessen priorisierten die Werke Konsumelektronik und IT, sodass den Automobilkonzernen essenzielle Bauteile fehlten. Die Folge: 2021 rollten zwischen sieben und elf Millionen weniger Fahrzeuge als geplant vom Band.
Die Produktionsstopps verlängerten die Lieferzeiten für Neuwagen auf sechs Monate bis zu eineinhalb Jahren. Da weniger neue Modelle verfügbar waren, wichen Käufer auf den Gebrauchtmarkt aus – mit der Folge, dass die Durchschnittspreise zwischen 2021 und 2022 um etwa 19 Prozent stiegen. Besonders wertstabil blieben Modelle wie der VW Tiguan, der BMW X1 oder der Audi Q3.
Bis Anfang 2025 kostete ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen in Deutschland rund 27.800 Euro – etwa fünf Prozent weniger als auf dem Höchststand 2023. Doch nicht alle Fahrzeuge entwickelten sich gleich: Dreijährige Batterie-Elektroautos etwa verlieren heute etwa die Hälfte ihres Neupreises. Gleichzeitig bleiben SUVs und Kompaktmodelle gefragt, ihre Werte stabil oder sogar steigend.
Experten prognostizieren für 2026 einen leichten Rückgang der Gebrauchtwagenpreise, da mehr Leasingrückläufer auf den Markt kommen. Dennoch bleibt die Nachfrage hoch, was das Angebot weiter unter Druck setzt.
Der Gebrauchtwagenmarkt ist noch immer dabei, sich von Jahren der Knappheit und Preisschwankungen zu erholen. Zwar haben sich die Preise seit ihrem Höhepunkt 2023 etwas entspannt, doch Angebotsengpässe und eine stetige Nachfrage werden den Markt noch eine Weile prägen. Eine schrittweise Normalisierung ist in Sicht – doch von einer vollständigen Stabilisierung ist man noch weit entfernt.






