Cyberangriffe auf Elektroautos: Warum Hacker vernetzte Fahrzeuge ins Visier nehmen
Lotta SchulteCyberangriffe auf Elektroautos: Warum Hacker vernetzte Fahrzeuge ins Visier nehmen
Elektroautos könnten zunehmend zur Zielscheibe von Cyberangriffen werden, warnt ein neuer Bericht. Sicherheitsexperten geben zu bedenken, dass Hacker Software-Schwachstellen in vernetzten Fahrzeugen ausnutzen könnten, um ganze Modellreihen lahmzulegen oder Batterien aus der Ferne zu entleeren. Trotz dieser Risiken gab es in den letzten Jahren keine erfolgreichen großangelegten Angriffe dieser Art.
Der IT-Sicherheitsforscher Christoph Krauss wies darauf hin, wie Cyberkriminelle über Programmierschnittstellen – die sogenannten APIs – in die IT-Systeme von Autos eindringen könnten. Schwache Authentifizierungsmechanismen in einigen Systemen hätten es ermöglicht, mit bloßer Angabe der Fahrzeug-Identifikationsnummer Zugriff zu erlangen. Im Extremfall könnte ein Angreifer Funktionen wie die Heizung auf höchster Stufe in tausenden Elektrofahrzeugen ferngesteuert aktivieren und so die Batterien vollständig entladen.
In den letzten 15 Jahren hat sich die IT-Sicherheit vernetzter Fahrzeuge deutlich verbessert. Klare Branchenstandards und Vorschriften regeln mittlerweile die Cybersicherheit moderner Autos. Dennoch betonen Experten, dass Angriffe möglich bleiben, wenn Sicherheitslücken unentdeckt bleiben.
Die Sicherheitscommunity arbeitet mittlerweile herstellerübergreifend daran, bestehende Risiken zu minimieren. Zwar sind in den vergangenen fünf Jahren keine dokumentierten Fälle von Hackerangriffen auf E-Autos über API-Schwachstellen bekannt geworden, doch das Potenzial für Störungen hält die Forscher in Alarmbereitschaft. Gleichzeitig haben vernetzte Funktionen wie Fahrerassistenzsysteme die Straßen sicherer gemacht, indem sie die Unfallzahlen reduzieren.
Das Risiko von Unfällen ist stärker gesunken, als die Bedrohung durch Cyberangriffe gestiegen ist. Die Hersteller verstärken weiterhin ihre Abwehrmaßnahmen, doch Schwachstellen in vernetzten Systemen erfordern nach wie vor Aufmerksamkeit. Bisher gab es keine größeren Vorfälle – doch Experten mahnen zu anhaltender Wachsamkeit.






