02 April 2026, 14:03

Cybergrooming trifft jeden vierten Jugendlichen – doch Schulen bleiben oft hilflos

Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den Prozentsatz von Jugendlichen unter 18 Jahren je Bundesstaat darstellen, begleitet von Text, der besagt, dass Jugendliche unter 18 Jahren wegen einvernehmlichen Sex in das Sexualstraftäterregister aufgenommen werden können.

Cybergrooming trifft jeden vierten Jugendlichen – doch Schulen bleiben oft hilflos

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft fast die Hälfte aller Jugendlichen in Deutschland

Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast jedes vierte Kind im Jahr 2025 von Cybergrooming betroffen war. Trotz wachsender Sensibilisierung für das Thema tun sich Lehrkräfte oft schwer, das Problem im Schulalltag wirksam anzugehen.

Die Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit unterstreicht das Ausmaß der Bedrohung: 2025 gaben etwa 25 Prozent der Minderjährigen an, Opfer von Cybergrooming geworden zu sein – also von Fällen, in denen Täter zunächst über Chats Kontakt zu Kindern aufnehmen, um sie später zu belästigen oder auszubeuten. Viele Vorfälle ereignen sich zudem in Freundes- oder Klassengruppenchats, oft bedingt durch Naivität und mangelnde digitale Kompetenz.

Um gegenzusteuern, leitete Yasmina Ramdani über drei Jahre hinweg Präventionsworkshops an Schulen in Thüringen. Das Programm erreichte rund 5.000 Schülerinnen und Schüler und vermittelte Wissen über sicheres Verhalten im Netz sowie das Erkennen von Grenzen und Risiken. Ramdanis Ansatz setzte darauf, Jugendliche zum offenen Austausch über diese Themen zu ermutigen.

Fachleute betonen, dass frühzeitige Prävention deutlich kostengünstiger ist als die Bewältigung der langfristigen Folgen digitaler sexualisierter Gewalt. Dennoch gibt es Stand April 2026 keine bundesweiten Daten dazu, wie viele Schulen in Deutschland nach dem Thüringer Pilotprojekt ähnliche Workshops eingeführt haben. Lehrkräfte sehen zwar die Dringlichkeit des Themas, fühlen sich aber häufig überfordert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch Eltern kommen eine zentrale Rolle zu. Behörden raten ihnen, das eigene Nutzungsverhalten im Netz zu reflektieren und mit ihren Kindern offen über Grenzen zu sprechen, um Risiken zu minimieren.

Die Thüringer Workshops zeigten, wie Schulen digitale sexualisierte Gewalt gezielt angehen können. Ohne eine flächendeckende Umsetzung bleiben jedoch viele Jugendliche schutzlos. Die Studienergebnisse und laufenden Präventionsbemühungen machen deutlich: Deutschland braucht bundesweite Maßnahmen.

Quelle