Das Geheimnis hinter Roms berühmtestem Souvenir-Foto gelüftet
Ein schwarz-weißes Porträt von Giovanni Galizia ist zu einem der bekanntesten Souvenirs Roms geworden. Das vor über zwei Jahrzehnten aufgenommene Bild ziert heute Kalender, die in Geschenkläden der ganzen Stadt verkauft werden. Doch der Mann hinter dem Foto besteht darauf, dass seine Geschichte weit mehr zu bieten hat, als auf den ersten Blick sichtbar ist.
Das Foto entstand im Jahr 2002, als der Fotograf Piero Pazzi einen Jugendlichen für ein Projekt ansprach. Pazzi arbeitete damals an einem Kalender mit jungen Männern, die als Priester oder kirchliche Würdenträger posierten. Galizia, damals ein Teenager, willigte ein, für den Priesterteil Modell zu stehen, und trug für die Aufnahmen eine Soutane sowie einen Geistlichenkragen.
Das Ergebnis war ein Bild, das Galizias halbes Lächeln, seine leuchtenden Augen und den zerzausten Pony einfing. Pazzi wählte es als Titelmotiv des Kalenders aus und kombinierte es mit monatlichen Aufnahmen anderer Models in ähnlicher Kleidung. Mit der Zeit entwickelte sich der Kalender zu einem festen Bestandteil der römischen Souvenirstände und weckte die Neugier der Käufer.
Viele Touristen glauben, Galizia sei einst Priester gewesen, doch er hat wiederholt jede Verbindung zur Kirche zurückgewiesen. Auch Spekulationen über sinnliche Untertöne im Foto weist er zurück und bezeichnet solche Deutungen als frustrierend. Trotz des Ruhms, den das Bild erlangt hat, verdiente er nie Geld damit und verzichtete auf Entschädigungsansprüche.
Mittlerweile lebt Galizia in Verona und arbeitet als Flugbegleiter. Für ihn ist das Fotoshooting nur eine kleine Episode in seinem Leben. Er hofft, dass der Kalender nicht noch viele Jahre weiter verkauft wird, bereut die Erfahrung aber nicht.
Der Kalender bleibt ein fester Bestandteil der römischen Geschenkläden, sein Titelbild ist Touristen sofort vertraut. Galizia jedoch hat sich längst weiterentwickelt – sowohl räumlich als auch beruflich. Sein einziger Wunsch ist, dass die Lebensdauer des Fotos irgendwann seinem ursprünglichen Zweck entspricht: ein kurzes, künstlerisches Projekt aus vergangenen Tagen.






