Deutsche Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognosen drastisch – Ölpreise und Iran-Konflikt belasten Konjunktur
Marie SchneiderDeutsche Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognosen drastisch – Ölpreise und Iran-Konflikt belasten Konjunktur
Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre drastisch nach unten korrigiert. Der aktuelle Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht werden soll, zeichnet ein weit düstereres Bild als frühere Vorhersagen. Als Gründe für die deutliche Abwertung werden steigende Ölpreise und die Folgen des Iran-Konflikts genannt.
In ihrer letzten gemeinsamen Prognose waren die Institute noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent im Jahr 2023 und 1,4 Prozent bis 2027 ausgegangen. Nun erwarten sie für 2023 nur noch ein Plus von 0,6 Prozent – tatsächlich lag die Entwicklung jedoch mit einem Rückgang von 0,2 Prozent noch schlechter. Auch die Aussichten für 2024 wurden gesenkt, während die Prognose für 2027 auf etwa 1 Prozent sinkt.
Die Überarbeitung erfolgt vor dem Hintergrund stark gestiegener Energiekosten und der durch den Iran-Krieg gestörten globalen Handelsströme. Fünf renommierte Institute – das RWI Essen, das DIW Berlin, das Ifo Institut München, das IWH Halle und das Kiel-Institut für Weltwirtschaft – haben den Bericht gemeinsam erstellt. Die wiederholten Abwärtskorrekturen deuten auf wachsende Sorgen um die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Deutschlands hin.
Direkte Vergleiche mit internationalen Organisationen wie dem IWF oder der OECD wurden nicht gezogen. Allerdings warnen inländische Analysten seit Längerem vor einer tieferen Abkühlung der Konjunktur, als zunächst angenommen.
Die aktualisierte Prognose unterstreicht eine anhaltende Phase schwachen Wachstums für Deutschland. Angesichts hoher Energiepreise und geopolitischer Spannungen, die den Handel belasten, sieht sich die Wirtschaft stärkeren Gegenwinden ausgesetzt als erwartet. Die Veröffentlichung des Berichts am Mittwoch wird weitere Details zu den erwarteten Auswirkungen liefern.






