11 March 2026, 16:02

DHL Leipzig streicht Stellen: Warum das Luftfracht-Drehkreuz schrumpft

Eine große Anzahl von gestapelten Transportcontainern hinter einem Maschendrahtzaun, mit einer Straße unten und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

DHL füllt keine frei gewordenen Stellen in Leipzig/Halle - DHL Leipzig streicht Stellen: Warum das Luftfracht-Drehkreuz schrumpft

DHL Express verzichtet auf Ersatz für abwanderndes Personal am europäischen Luftfracht-Drehkreuz Leipzig

Die Entscheidung fällt in eine Phase rückläufiger Sendungsvolumina und einer gedämpften Welthandelsprognose. Seit Anfang 2024 sind am Standort bereits über 500 Arbeitsplätze weggefallen.

Der Flughafen Leipzig/Halle, eines der größten europäischen Drehkreuze von DHL, beschäftigte zu Beginn des Jahres 2024 noch 5.120 Mitarbeiter. Bis Anfang 2026 sank diese Zahl auf 4.565. Das Unternehmen bestätigte, dass frei werdende Stellen durch natürliche Fluktuation nicht mehr nachbesetzt werden – begründet mit einer nachlassenden Nachfrage nach Express-Luftfrachtdiensten.

Die Sendungsmengen im Expressgeschäft von DHL gehen seit 2022 zurück. 2025 verzeichnete das Unternehmen weniger Lieferungen in die USA, was es auf höhere Zölle und die Abschaffung der De-minimis-Regelung zurückführte. Zwar blieb der globale Handel auf Asien-Routen – insbesondere durch den chinesischen E-Commerce – robust, doch sank der Gesamtumsatz aufgrund von Währungseffekten auf 82,8 Milliarden Euro.

Als Gründe für die Abschwächung nannte das Unternehmen die schwache Weltkonjunktur und den rückläufigen internationalen Handel. Dennoch habe man das Luftfrachtnetz an die aktuelle Nachfrage angepasst und setze auf Nachhaltigkeit und Effizienz. Ein direkter Vergleich mit Wettbewerbern wie FedEx oder UPS sei nicht möglich, da aktuelle Luftfrachtdaten dieser Unternehmen nicht vorlägen.

Der Standort Leipzig bleibt zwar ein zentrales Luftfracht-Drehkreuz, jedoch mit einer kleineren Belegschaft. Die Entscheidung von DHL spiegelt die branchenweiten Herausforderungen wider, darunter sinkende Sendungsvolumina und wirtschaftliche Belastungen. Das Unternehmen konzentriert sich weiterhin darauf, die Kapazitäten an die aktuellen Handelsbedingungen anzupassen.

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