06 January 2026, 12:10

Die älteste spielbare Orgel der Welt steht in einer kleinen Kirche bei Soest

Eine Sammlung von Musikinstrumenten, darunter eine Gitarre, ein Saxophon und ein Schlagzeug, die auf einem h├Âlzernen Boden angeordnet sind.

Die älteste spielbare Orgel der Welt steht in einer kleinen Kirche bei Soest

Eine kleine Kirche in Östönnen bei Soest birgt einen außergewöhnlichen musikalischen Schatz: Die Orgel in der St.-Andreas-Kirche ist die älteste spielbare Orgel der Welt – 2023 wurde sie 601 Jahre alt. Ihr Erhalt gewährt einen seltenen Einblick in den Klang des späten Mittelalters.

Die Wurzeln der Orgel reichen bis etwa 1425 zurück, vermutlich geschaffen von Heinrich dem Orgelmacher, einem Orgelbauer aus Soest. Offizielle Aufzeichnungen über das genaue Baujahr fehlen, doch ihre hölzernen Bestandteile – darunter die Windlade – datieren auf das Jahr 1410. Das Instrument ist vier Meter hoch und zwei Meter breit, verfügt über 578 Bleipfeifen, von denen mehr als die Hälfte um 1500 hinzugefügt wurden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Jahr 1722 erwarb die Gemeinde von St. Andreas die Orgel zu einem günstigen Preis von einer benachbarten Pfarrgemeinde in Soest. Dass sie bis heute überdauert hat, verdankt sie vor allem fehlenden Mitteln für eine Modernisierung – so blieb sie weitgehend unverändert. Ihre filigranen Schnitzereien mit floralen Mustern und Weinranken brachten ihr den Spitznamen „orgelhistorische Kostbarkeit“ ein. Pfarrer Volker Kluft sieht im Erhalt der Orgel eine Verpflichtung, während der Organist Leon Berben vor Veränderungen warnt, um ihren fragilen Zustand zu schützen. Berben beschreibt das Spiel auf ihr als ein intensives Erlebnis, geprägt von ihrem gealterten, unverwechselbaren Klang.

Die Orgel von St. Andreas bleibt eine seltene Verbindung zur mittelalterlichen Musik, geschätzt für ihre Authentizität. Ihre hölzernen und metallenen Teile – einige über sechs Jahrhunderte alt – erklingen noch immer wie im 15. Jahrhundert. Durch die sorgfältige Obhut der Gemeinde überdauert dieses historische Instrument für kommende Generationen.