19 March 2026, 20:03

Energiekrise in Deutschland: Gasreserven sinken auf Rekordtief vor dem Winter

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Olaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Energiekrise in Deutschland: Gasreserven sinken auf Rekordtief vor dem Winter

Deutschlands Energieversorgung gerät vor dem Winter zunehmend unter Druck. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat angesichts kritisch niedriger Gasspeicherstände und stark steigender Spritpreise Alarm geschlagen. Nun drängt er auf dringende Maßnahmen, um die Energiezukunft des Landes zu sichern.

Die Gasspeicher in Deutschland waren Mitte Februar 2026 nur noch zu 24 Prozent gefüllt – ein Wert, der deutlich unter den üblichen Sicherheitsreserven liegt und deutlich niedriger ist als im Vorjahreszeitraum. Die nationalen Ziele wurden nach unten korrigiert: Kavernenspeicher sollen nun auf 80 Prozent, Porenspeicher auf 45 Prozent aufgefüllt werden. Zwar reichen die aktuellen Bestände selbst bei extremen Kälteperioden voraussichtlich bis zum Winterende, doch warnen Experten, dass die Wiederbefüllung im Sommer aufgrund hoher Preise schwierig werden dürfte. Als strategische Reserve zur Vermeidung von Engpässen werden 78 Terawattstunden empfohlen.

Lies fordert eine stärkere Diversifizierung der Gasbezüge, darunter erhöhte Importe aus Norwegen und den Niederlanden. Zudem unterstützt er den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven, das zunächst für Erdgas und später für klimafreundliche Alternativen genutzt werden soll. Die heimische Förderung, insbesondere in der Nordsee, bleibt aus seiner Sicht unverzichtbar.

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Der Ministerpräsident nahm auch zu den steigenden Spritpreisen an den Tankstellen Stellung und rief die Mineralölkonzerne zum Handeln auf. Entlastung erhofft er sich durch die Freigabe staatlicher Ölreserven. Gleichzeitig kritisierte er die erneute Debatte über Atomkraft als "Verunsicherung für Bevölkerung und Wirtschaft". Stattdessen pocht er auf einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Lies warnte zudem, dass die Spannungen mit dem Iran die Energiemärkte weiter destabilisieren könnten. Er drängt die Bundesregierung, alle denkbaren Szenarien zu prüfen und wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Die Energieversorgung Deutschlands steht vor vielfältigen Herausforderungen – von niedrigen Gasreserven bis zu hohen Beschaffungskosten. Lies' Vorschläge umfassen die Diversifizierung der Bezugsquellen, den Ausbau der LNG-Kapazitäten und die Priorisierung erneuerbarer Energien. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Schritte die Lage bis zum nächsten Winter stabilisieren können.

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