"Energyfish": Schwimmende Turbinen revolutionieren die Stromgewinnung am Rhein
Marie Schneider"Energyfish": Schwimmende Turbinen revolutionieren die Stromgewinnung am Rhein
Energyminer setzt eine neuartige schwimmende Strömungsturbine namens „Energyfish“ ein. Das Unternehmen behauptet, die Anlage könne rund um die Uhr – bei jedem Wetter – Strom erzeugen, Überschwemmungen standhalten und Fische schonen. Derzeit entsteht eine Großinstallation am Rhein bei St. Goar.
Der Energyfish ist eine kleine, verankerte Turbine, die die Strömung von Flüssen zur Stromerzeugung nutzt. Jede Einheit misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Die maximale Leistung liegt bei 6 Kilowatt. Bei starkem Wasserfluss sinkt die Turbine automatisch ab, sodass Treibgut gefahrlos darüber hinwegtreiben kann.
In St. Goar werden insgesamt 124 dieser Turbinen installiert, die zusammen das erste Schwarmkraftwerk dieser Größe bilden. Laut Energyminer können nach Genehmigung innerhalb von etwa drei Tagen zehn Einheiten aufgestellt werden – ohne Beton, Staudämme oder schwere Baumaßnahmen. Das Unternehmen gibt an, dass jede Turbine jährlich rund 15 Megawattstunden erzeugt. Ein Schwarm aus 100 Einheiten könnte demnach etwa 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern – genug für den Bedarf von rund 470 Haushalten.
Energyminer nennt die gestützten Stromgestehungskosten auf etwa 0,08 Euro pro Kilowattstunde bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von mindestens 8 Prozent über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren. Das System soll wartungsarm sein, Überschwemmungen trotzten und Fische schützen. Doch die Angaben zu Kosten, Zuverlässigkeit und Effizienz müssen noch durch den praktischen Betrieb und Vergleiche mit bestehenden Alternativen überprüft werden.
Das Projekt in St. Goar ist ein wichtiger Meilenstein für die Technologie von Energyminer. Sollte sich der Energyfish bewähren, könnte er eine kostengünstige und umweltschonende Methode bieten, um kontinuierlich Strom aus Flüssen zu gewinnen. Über die langfristige Tragfähigkeit wird letztlich die tatsächliche Leistung im Betrieb sowie die vollständigen Installationskosten entscheiden.
