22 February 2026, 14:01

Erich Zeigners umstrittenes Erbe in Leipzig nach Millionen-Sanierung wiederbelebt

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Leipzig, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten.

Erich Zeigners umstrittenes Erbe in Leipzig nach Millionen-Sanierung wiederbelebt

Historisches Wohnhaus eines der umstrittensten Politiker Sachsens nach aufwendiger Sanierung wiedereröffnet

Ein denkmalgeschütztes Wohnhaus, das eng mit einer der umstrittensten politischen Persönlichkeiten Sachsens verbunden ist, hat nach einer umfassenden Restaurierung wieder seine Türen geöffnet. Der Erich-Zeigner-Haus e. V., der sich seit 1999 für Zivilcourage einsetzt, leitete das Projekt zur Bewahrung des ehemaligen Wohnsitzes des Ex-Ministers und Leipziger Oberbürgermeisters. Rund 100 Gäste, darunter Landesvertreter und ehemalige Stadtspitzen, kamen zur feierlichen Wiedereröffnung zusammen.

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Erich Zeigner prägte die sächsische Politik während der turbulenten Weimarer Republik maßgeblich. 1921 amtierte er als Justizminister, 1923 kurzzeitig als Ministerpräsident und später, von 1945 bis 1949, als Oberbürgermeister Leipzigs. Seine kurze, aber heftig umstrittene Amtszeit als Ministerpräsident 1926 – geprägt von enger Zusammenarbeit zwischen SPD und KPD – endete mit seiner Absetzung durch Reichspräsident Paul von Hindenburg. Dieser Schritt vertiefte die politischen Gräben, verschärfte die Spannungen zwischen Reich und Ländern und befeuerte den Widerstand rechtsextremer Kräfte gegen linksgerichtete Regierungen.

Die wiederhergestellte Wohnung, in der Zeigner ab 1927 lebte, gibt heute das originale Interieur und Design wieder. Die Sanierung im Umfang von 2,6 Millionen Euro wurde vom Sächsischen Staatsministerium, dem Leipziger Stadtrat, Denkmalschutzprogrammen sowie privaten Spenden finanziert. Zu den Gästen der Wiedereröffnung zählten Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter, Leipzigs "Demokratie-Bürgermeisterin" Vicki Felthaus und der ehemalige Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee.

Für die Zukunft plant der Verein, sein Bildungsangebot auf Grund- und Förderschulen auszuweiten. Ziel ist es, demokratische Werte früh zu verankern und jüngere Generationen mit Zeigners vielschichtigem Erbe vertraut zu machen.

Die restaurierten Räume sollen bald der Öffentlichkeit zugänglich sein und einen direkten Bezug zu Zeigners Leben und den politischen Kämpfen seiner Zeit herstellen. Das Projekt bewahrt nicht nur einen historischen Ort, sondern stärkt auch die Bemühungen, Zivilcourage durch Bildung zu fördern. Die Sanierung wurde durch Mittel des Landes, der Stadt und privater Geldgeber ermöglicht.