23 May 2026, 20:02

Erlangen verbietet "sexistische" Partyhits – Wirte und Künstler protestieren gegen Zensurvorwürfe

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Erlangen verbietet "sexistische" Partyhits – Wirte und Künstler protestieren gegen Zensurvorwürfe

Erlangens Stadtverwaltung stufte Party-Klassiker als „sexistisch“ ein und rät Wirten, sie beim diesjährigen Bergkirchweih-Fest zu meiden

Die Maßnahme folgt einem Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 2021, der Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilte – unterstützt von Stimmen der CSU, der Linken und der SPD.

Auf der Liste stehen bekannte Titel wie Skandal im Sperrbezirk sowie Songs von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel. Lokale Wirte reagierten jedoch skeptisch und hinterfragen, ob die Einschränkungen sinnvoll oder wirksam sind.

Auslöser der Debatte war die Beschwerde einer Frau, die auf dem Fest von aggressiven Männern „begrapscht“ worden sein soll und zudem die Texte der gespielten Lieder kritisierte. Daraufhin erstellte die Verwaltung ein Verzeichnis von Werken, die als „frauenfeindlich“ eingestuft wurden, mit der Begründung, solche Musik trage zu einer unwillkommenen Atmosphäre bei.

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Kritik von Künstlern: „Zensur wie in der DDR“

Peter Wackel, dessen Song Joana mit der Zeile Du geile Sau als „problematisch“ markiert wurde, kritisierte die wachsenden Einschränkungen bei Songtexten. Er behauptet, viele Künstler hätten mittlerweile „null Bock“, in Deutschland aufzutreten – wegen der zunehmenden Zensur. Jürgen Thurnau, Frontmann der Spider Murphy Gang, ging noch weiter und verglich die Situation mit der DDR. Selbst das SED-Regime habe seiner Band nie vorgeschrieben, ihre Texte zu ändern, so Thurnau.

Kritiker werfen der Stadtverwaltung vor, Prüderie zu bedienen und eine Moral durchzusetzen, die in der Bevölkerung kaum Konsens findet. Stattdessen agiere man, als ob allein die Stadt definieren dürfe, was wahr und tugendhaft sei – und setze damit unnötige Eingriffe in kulturelle Traditionen durch.

Umstrittene Richtlinie: Widerstand von Wirten und Künstlern

Obwohl die Liste weiterhin gilt und Gastwirte aufgefordert werden, die genannten Titel zu meiden, deutet der Widerstand der Musiker und die Skepsis der Betreiber darauf hin, dass die Umsetzung in der Praxis schwierig werden könnte. Die Diskussion zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen kultureller Freiheit und dem Versuch, das Verhalten auf Volksfesten zu regulieren.

Quelle