Mehr Zinn in Sachsen - Neueinschätzung der Lagerstätten in Gottesberg - Erzgebirge wird zum neuen Hotspot für Zinnabbau in Europa
Erzgebirge in Sachsen rückt erneut als zentrales Bergbaurevier in den Fokus
Steigende globale Nachfrage nach kritischen Rohstoffen und das Bestreben der EU nach unabhängigen Lieferketten lassen das Erzgebirge wieder als bedeutende Bergbauregion aufleben. Neue Bewertungen zeigen nun, dass die Zinnvorkommen in der Lagerstätte Gottesberg weitaus größer sind als bisher angenommen.
Seit 15 Jahren entwickelt das Unternehmen Saxore das Projekt Tellerhäuser – ein Vorhaben, das pro Mine Investitionen von 150 bis 200 Millionen Euro erfordert. Zurzeit liegt der Fokus auf Tellerhäuser, wo ab 2029 ein Probebetrieb starten könnte. Bei Genehmigung würde die Mine jährlich rund 500.000 Tonnen Zinnerz fördern, aus dem etwa 2.500 Tonnen raffiniertes Zinn gewonnen werden könnten.
Unterdessen hat eine aktuelle Neubewertung der nahegelegenen Lagerstätte Gottesberg ein deutlich größeres Potenzial offenbart. Frühere Schätzungen gingen von etwa 30.000 Tonnen Zinn aus, doch die neuesten Daten deuten auf 37 Millionen Tonnen Erz hin, das rund 90.900 Tonnen wirtschaftlich abbaubares Zinn enthält. Trotz dieser vielversprechenden Zahlen bleibt Tellerhäuser für Saxore vorerst Priorität, bevor Gottesberg angegangen wird.
Doch nicht nur Zinn erlebt im Erzgebirge eine Renaissance. In Sachsen laufen derzeit über 30 Erkundungs- und Abbauprojekte für Erze und Flussspat. Während Lithium bereits als strategischer Rohstoff gilt, gewinnt nun auch Zinn in der Region an Bedeutung.
Die aktualisierten Zahlen zu Gottesberg bedeuten einen deutlichen Schub für Sachsens Zinnpotenzial. Dennoch bleibt Tellerhäuser das erste große Vorhaben – mit einem möglichen Betriebsstart 2029. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach kritischen Mineralien in Europa expandiert der Bergbausektor in der Region weiter.






