05 April 2026, 10:03

EU-Kommission legt Reformpläne für Emissionshandel vor – was sich jetzt ändert

Eine Europakarte mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Kommission legt Reformpläne für Emissionshandel vor – was sich jetzt ändert

Die Europäische Kommission wird noch diese Woche ihre ersten Reformpläne für das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) vorstellen. Die Vorschläge folgen auf monatelange Debatten, in denen auch Industrievertreter grundlegende Änderungen des Systems gefordert hatten. Einer der lautstärksten Kritiker war Evonik-Chef Christian Kullmann, der sich zuvor für eine Abschaffung oder eine umfassende Reform des Systems ausgesprochen hatte.

Ende November hatte Kullmann öffentlich argumentiert, das EU-ETS müsse entweder abgeschafft oder radikal reformiert werden. Seine Position sorgte zwar für Aufmerksamkeit, führte aber nicht zu unmittelbaren politischen Kurswechseln. Seither wurden die Diskussionen hinter den Kulissen fortgesetzt.

Kürzlich veröffentlichte Kullmann gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese einen Gastbeitrag im Handelsblatt. Darin plädierten sie für pragmatische Lösungen und kluge Kompromisse beim Emissionshandel statt für pauschale Veränderungen. Ihr Hauptanliegen war es, Umweltziele mit der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Einklang zu bringen.

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Nun wird die Europäische Kommission am Mittwoch ihre ersten Reformvorschläge präsentieren. Eine der zentralen Neuerungen ist die dauerhafte Abschaffung des Streichungsmechanismus für Zertifikate im Marktstabilitätsreserve (MSR). Diese Anpassung zielt darauf ab, das System zu straffen, indem das Gesamtangebot an Emissionsrechten verknappt wird – was die CO₂-Preise steigen lassen und Unternehmen zu klimafreundlicheren Praktiken drängen könnte.

Die anstehenden Vorschläge der Kommission markieren einen konkreten Schritt zur Umgestaltung des EU-ETS. Das endgültige Ende der Zertifikatsstreichung im MSR deutet auf einen strengeren Kurs in der Emissionskontrolle hin. Nun müssen Industrievertreter und Politiker bewerten, ob die Reformen die richtige Balance zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Stabilität finden.

Quelle