FDP-Chef Dürr unter Rücktrittsdruck nach Landtagswahl-Debakel in Baden-Württemberg
Marie SchneiderJunge FDP fordert Rücktritt von Duerr - Und will Neuwahl der Führung - FDP-Chef Dürr unter Rücktrittsdruck nach Landtagswahl-Debakel in Baden-Württemberg
Der Druck auf FDP-Chef Christian Dürr wächst nach dem enttäuschenden Abschneiden der Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Die Liberalen verpassten den Wiedereinzug in den Stuttgarter Landtag, eine ihrer traditionellen Hochburgen, was nun Forderungen nach einem Führungswechsel laut werden lässt. Finn Flebbe, Vorsitzender der Jungen Liberalen, hat Dürr und seine Stellvertreterin nun zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.
Die FDP erlebte in Baden-Württemberg eine herbe Niederlage und scheiterte am Einzug in den Landtag. Diese Pleite hat die Kritik an Dürrs Führung weiter verschärft. Flebbe wirft ihm vor, es fehle an einem überzeugenden Plan, um die Partei wiederzubeleben. Die Jungen Liberalen drängen daher auf einen kompletten Neuanfang der Bundesführung beim anstehenden Parteitag Ende Mai.
Flebbe nimmt dabei vor allem Dürr und die Generalsekretärin Nicole Büttner ins Visier und erklärt deren Rücktritt für unverzichtbar, um den Niedergang der FDP zu stoppen. Aktuell liegt die Partei in Umfragen bundesweit bei nur drei Prozent – unter der für politische Gestaltungsmacht notwendigen Hürde. Zudem macht Flebbe Dürr für das Scheitern der gescheiterten Ampel-Sondierungen auf Bundesebene mitverantwortlich und zweifelt an seiner Fähigkeit, einen glaubwürdigen Neuanfang einzuleiten.
Innerhalb der Partei mehren sich die Stimmen für einen Wechsel an der Spitze. Flebbe betont, dass die FDP ohne neue Gesichter in der Führung weiter in der aktuellen Krise feststecken werde. Die Forderung der Jungen Liberalen nach einer Neuwahl des gesamten Vorstands spiegelt die wachsende Unzufriedenheit über die Stagnation der Partei seit dem schwachen Ergebnis bei der Bundestagswahl 2021 wider.
Nun steht die FDP vor einer richtungsweisenden Entscheidung auf ihrem Mai-Parteitag, wo die Delegierten über die Zukunft der Parteiführung abstimmen werden. Sollten Dürr und Büttner zurücktreten, könnte die Partei unter neuer Führung einen Reset versuchen. Die wachsende Kritik aus den eigenen Reihen deutet jedoch bereits auf eine Phase der Turbulenzen hin.