FDP fordert Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem vor MV-Landtagswahl 2025
Lotta SchulteFDP will Haupt- und Realschule wieder einführen - FDP fordert Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem vor MV-Landtagswahl 2025
FDP in Mecklenburg-Vorpommern legt Bildungs- und Migrationspolitik vor Landeswahl am 20. September vor
Die FDP in Mecklenburg-Vorpommern hat vor der Landtagswahl am 20. September ihre bildungs- und migrationspolitischen Pläne vorgestellt. Die Partei setzt sich für weitreichende Schulreformen ein, darunter die Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem und strengere Sprachregelungen für Schulanfänger. Gleichzeitig fordert Bundesvorsitzender Christian Dürr einen politischen Neuanfang in Deutschland.
Seit über einem Jahrzehnt kämpft die FDP in Mecklenburg-Vorpommern für die Abschaffung der Regionalen Schule – ein 2011 eingeführtes Modell der gemeinschaftlichen Sekundarschule. Stattdessen will die Partei die Trennung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium wiederherstellen und damit klarere Bildungswege schaffen. Diese Haltung steht im Kontrast zur SPD-Linken-Regierung, die am aktuellen System festhält, sowie zur CDU, die den Regionalen Schulen teilweise positiv gegenübersteht.
Das aktuelle Wahlprogramm der FDP, das vor der Wahl finalisiert wurde, sieht zudem verpflichtende Deutschtests zwei Jahre vor der Einschulung vor. Bundesvorsitzender Dürr begründet dies damit, dass Kinder so mit soliden Sprachkenntnissen in die Schule starten könnten. Zudem plädiert er für erleichterte Zuwanderungsregeln für Fachkräfte, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.
Auf Bundesebene bereitet sich die Partei auf einen Führungswechsel vor. Auf dem Parteitag im Mai soll ein Antrag debattiert werden, der Neuwahlen für den Bundesvorstand fordert. Dürr rief die Mitglieder dazu auf, die FDP als "radikale Alternative" zum politischen Establishment in Deutschland zu positionieren – mit Freiheit als zentralem Wahlkampfthema. Spitzenkandidat Jakob Schirmer unterstrich dies und betonte die Notwendigkeit mutiger, freiheitsorientierter Politik.
In der Bildungspolitik setzt sich die FDP für den Erhalt von Förderschulen ein, möchte den konfessionellen Religionsunterricht jedoch durch ein neutrales Fach ersetzen, das alle Glaubensrichtungen abdeckt. Trotz dieser klaren Positionen steht die Partei vor einem schwierigen Kampf um den Wiedereinzug in den Landtag: Aktuelle Umfragen sehen sie unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Die FDP-Vorschläge stellen einen deutlichen Bruch mit dem bestehenden Schulsystem in Mecklenburg-Vorpommern dar. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würden sie eine frühere Aufteilung der Schüler nach Leistungsniveau sowie verschärfte Sprachanforderungen für Grundschüler bedeuten. Ob diese Pläne an Fahrt gewinnen, hängt maßgeblich vom Abschneiden der Partei bei der anstehenden Wahl ab.






