16 March 2026, 00:53

Felix Klein kritisiert Gil Ofarim für erneute Antisemitismus-Vorwürfe aus Leipzig

Eine Gruppe von Menschen mit einer roten Fahne mit der Aufschrift "Antifaschistische Aktion", die vor einer Wand steht.

Felix Klein kritisiert Gil Ofarim für erneute Antisemitismus-Vorwürfe aus Leipzig

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat den Musiker Gil Ofarim für dessen jüngste Äußerungen zu einem Vorfall aus dem Jahr 2021 in Leipzig scharf kritisiert. Im Mittelpunkt des Streits stehen falsche Antisemitismus-Vorwürfe, die Ofarim später zurückgenommen hatte. Klein wirft dem Sänger vor, durch seine wiederholten Aussagen unnötigen Schaden für die jüdische Gemeinschaft verursacht zu haben.

2021 hatte Ofarim einen Mitarbeiter des Westin Hotels in Leipzig beschuldigt, antisemitische Bemerkungen gegen ihn gemacht zu haben. Ermittlungen ergaben später, dass die Vorwürfe haltlos waren. Im Rahmen eines Verleumdungsverfahrens zog Ofarim seine Anschuldigungen zurück und entschuldigte sich.

Kürzlich deutete Ofarim in der RTL-Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! an, die Überwachungsaufnahmen des Hotels könnten manipuliert worden sein. Daraufhin meldete sich Klein zu Wort und hinterfragte die Motive des Musikers. Der Beauftragte betonte, Ofarim hätte auf andere Weise Aufmerksamkeit erregen können, ohne die Bemühungen im Kampf gegen Antisemitismus zu untergraben.

Klein gab zudem zu bedenken, dass er Ofarims Verhalten nicht nachvollziehen könne. Die Behörden bestätigten, dass keine neuen Beweise vorlägen, die eine Wiederaufnahme des Falls rechtfertigen würden.

Die zurückgenommenen Vorwürfe und die späteren Äußerungen Ofarims haben bei offiziellen Stellen scharfe Kritik ausgelöst. Kleins Stellungnahme unterstreicht die Sorge um die Auswirkungen auf das öffentliche Vertrauen und die laufende Arbeit gegen Antisemitismus. Der Fall gilt als abgeschlossen, weitere rechtliche Schritte werden nicht erwartet.

AKTUALISIERUNG

Gericht entscheidet 2023-Fall: Ofarim gibt Fehler zu, zahlt 10.000 Euro

Neue Details zum 2021-Vorfall sind bekannt geworden. Im November 2023 gab Ofarim vor Gericht zu:

  • Er habe den Hotelangestellten zu Unrecht beschuldigt und sich öffentlich entschuldigt.
  • Er zahlte eine 10.000 Euro-Strafe, um den Fall beizulegen.
  • Die Anklage gegen den Hotelleiter wurde ebenfalls fallen gelassen.